Wirtschaft : Bitteres Jahr für die Süßwarenbranche

KÖLN (agr/HB).Für die Süßwarenindustrie war 1998 mit einem Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs und der Produktion kein Zuckerschlecken.Zwar hofft die Branche 1999 auf ein weniger bitteres Jahr, doch sei weder im Hinblick auf die Exportnachfrage als auch auf die Entwicklung am Binnenmarkt mit einer Erholung zu rechnen, sagte Bernd Monheim, Vorsitzender des Arbeitskreises Internationale Süßwaren-Messe anläßlich der 29.Internationalen Süßwarenmesse in Köln (31.Januar bis 4.Februar).Auf der Messe werden 1436 (1998: 1407) Aussteller, davon 80 Prozent aus dem Ausland, auf einer Fläche von 74 000 Quadratmetern ihre Produkte präsentieren.

In den ersten neun Monten 1998 ist die Produktion von Süßwaren um 1,9 Prozent auf 2,2 Mill.Tonnen gesunken, der Produktionswert sogar um 2,9 Prozent auf 13,8 Mrd.DM.Mit einem Minus von 10,6 Prozent oder gut 60 000 Tonnen unter Vorjahr ist insbesondere die Schokoladenproduktion betroffen.Für das Gesamtjahr wird mit einer weiteren Verschlechterung gerechnet.Aufgrund der stagnierenden Binnenkonjunktur ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Süßwaren um knapp ein Kilogramm auf 28,1 Kilogramm gesunken.Einbußen hat es insbesondere bei Pralinen, Tafelschokolade und im klassischen Bonbonsegment gegeben.Zulegen konnten Riegelerzeugnisse und Schokoladenspezialitäten, Fruchtgummi, Lakritzartikel sowie Negerküsse.Gravierende als die sinkende Inlandsnachfrage sei aber der Einbruch auf wichtigen Exportmärkten in Osteuropa und Südostasien, sagte Monheim.Wurden zum Beispiel in den ersten neun Monten 1997 noch 87 000 Tonnen Süßwaren für 415 Mill.DM nach Rußland exportiert, waren es 1998 nur 47 200 Tonnen für 243 Mill.DM.Zusammen mit der rückläufigen Mengenentwicklung führe das anhaltend hohe Preisniveau bei zahlreichen Rohstoffen zu einer äußerst unbefriedigenden Ertragslage für viele der insgesamt 270 Süßwarenhersteller.Die Zahl der Mitarbeiter sei um 2,4 Prozent auf 55 800 zurückgegangen.

Völlig anders verlief dagegen die Entwicklung im Lebensmittelhandel, der ein Umsatzplus von 2,3 Prozent mit Süßwaren verzeichnet.Begründet wird dies mit Konsumverlagerungen weg von der Schokolade und dem Speiseeis hin zu Knabberartikeln und Dauerbackwaren.Eine Rolle spielen auch die Importwaren, die ihren Anteil am Süßwarenumsatz von 20,4 auf 23 Prozent am Gesamtmarkt ausbauen konnten.Für 1999 erwarten die Händler erneut leichte Umsatzzuwächse.Allerdings werden die Preise um ein bis zwei Prozent steigen, Tafelschokolade sogar um vier bis fünf Prozent.

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