Blessing-Idee : Der radikale Schnitt

Inhaber von Staatsanleihen sollen nach Ansicht von Commerzbank-Chef Blessing auf bis zu 35 Prozent ihres Geldes verzichten – und den Rest dafür aber garantiert zurückerhalten.

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Ausgerechnet Martin Blessing, Chef der Commerzbank, mit Forderungen von insgesamt 2,9 Milliarden Euro immerhin einer der größten Griechenland-Gläubiger in Deutschland, fordert den radikalsten Schuldenschnitt. Inhaber von Staatsanleihen sollen seiner Meinung nach auf bis zu 35 Prozent ihres Geldes verzichten – und den Rest dafür aber garantiert zurückerhalten.

Die Gläubiger, so Blessings Idee, könnten ihre Anleihen mit einem 30-prozentigen Abschlag in neue Papiere umtauschen. Diese würden 30 Jahre laufen und mit 3,5 Prozent verzinst werden. Die Rückzahlung würde von der Gemeinschaft der Euroländer garantiert. Die Alternative wäre ein Umtausch ohne Abschlag. Die neuen Anleihen hätten nur noch eine Laufzeit von fünf Jahren, die Gläubiger würden dafür aber keine Zinsen mehr verlangen. Nach Ansicht des Bankchefs können die Griechen die Rückzahlung der Papiere mit den Erlösen aus den geplanten Privatisierungen finanzieren. Bei dieser Variante soll die Euro-Gemeinschaft immerhin noch 80 Prozent der Rückzahlung garantieren.

Die übrigen Banken haben einen Schuldenschnitt bisher stets mit dem Argument abgelehnt, dass die Märkte in dem Fall auch den übrigen Schuldenstaaten kein Geld mehr leihen würden. Auch EZB–Chef Jean-Claude Trichet ist strikt gegen eine Umschuldung. Die deutschen Banken sind mit rund 20 Milliarden Euro in Griechenland engagiert, der größte Anteil liegt bei den Staatsbanken. Die Europäische Zentralbank hält griechische Staatsanleihen im Wert von 50 Milliarden Euro. mirs

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