Wirtschaft : BLINKS LABS

Die Aufmerksamkeitspanne der Menschen wird immer kürzer, und damit bleibt uns viel Wissen verschlossen. Wer nimmt sich schon noch die Zeit, ein dickes Fachbuch durchzulesen, wenn die Frage sich zumindest oberflächlich mit einer schnellen Internetsuche klären lässt? Die Qualität von Netzinhalten, etwa die Richtigkeit von Wikipedia-Artikeln, ist jedoch nicht garantiert. Holger Seim, Niklas Jansen, Sebastian Klein und Tobias Balling haben das Start-up Blinks Labs gegründet, um die Kernaussagen von Sachbüchern kurz und verlässlich zusammenzufassen. „Wir wollen spannendes Wissen zugänglich machen, indem wir es verständlich und verträglich aufbereiten“, sagt Sebastian Klein, der Psychologie, Betriebswirtschaft und Informatik studierte.

   Klein und seine Mitgründer haben zuvor in Marburg eine studentische Unternehmensberatung aufgebaut und anschließend für verschiedene Beratungsfirmen gearbeitet. Ihr Produkt, eine Smartphone-App, heißt Blinkist. „Ein Blink entspricht einer Kernaussage, und umfasst maximal 300 Wörter“, erklärt Niklas Jansen, der sich um die Produktentwicklung kümmert. „Wir

fassen die Sachbücher in acht bis zwölf Blinks zusammen, so dass man die Essenz des Buches in maximal einer Viertelstunde lesen kann.“ Derzeit verfügt die Blinkist-Bibliothek über rund 100 Werke, manche auf Deutsch, manche auf Englisch. „Wir orientieren uns bei der Auswahl sowohl an Standardwerken als auch den Wünschen unserer Nutzer“, sagt Jansen.

   Urheberrechtlich sei die Aufbereitung der Buchinhalte unproblematisch, die Zusammenfassung ent-

spräche einer neuen schöpferischen Leistung. Verfasst werden die Blinks von einem Team von derzeit etwa 30 Autoren, allesamt ausgewählte Wissenschaftler und

Experten im Fachgebiet des jeweiligen Sachbuchs. „Wir haben mehr Jobanfragen, als wir Autoren brauchen“, berichtet Sebastian Klein, der die Personalauswahl übernimmt. „Wir prüfen die Bewerber mit anspruchs-

vollen Testaufgaben und leiten sie genauestens an.“

   Wer Blinkist ausprobieren möchte, kann nach dem kostenfreien Herunterladen der App drei Bücher gratis lesen, jedes weitere kostet dann 1,79 Euro. Möglich ist auch ein unbegrenztes Blinkist-Abo für 4,49 Euro pro Monat. Noch kommen monatlich zehn neue Bücher hinzu, sehr bald sollen es laut Klein 20 sein. Am Firmensitz des Start-ups am Görlitzer Park arbeiten derzeit acht festangestellte Mitarbeiter. Unterstützt wird Blinks Labs vom Telekom-Inkubator Hubraum.

www.blinkist.com

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