Wirtschaft : Bluetooth-Technik: Blue-Fritz im Praxistest

Kurt Sagatz

Die Fülle der Funktionen ist beeindruckend: ISDN-Adapter, analoge Nebenstellenanlage sowie Bluetooth-Funkverbindung - diese drei Funktionen vereint das Blue-Fritz-Paket des Berliner Telekommunikationsexperten AVM. Dabei kommen die meisten Computernutzer schon heftig ins Schwitzen, wenn es nur darum geht, ein analoges Modem an den Computer anzudocken. Ohne Blick in die drei Handbücher - eins für die Installation an einem PC, eins für die Nutzung des Bluetooth-Adapters und ein drittes für die Nutzung der verschiedenen Fritz-Programme für Datenübertragung und Fax - wird man auch hier sicherlich nicht zu Rande kommen.

Das Besondere am Blue-Fritz-Paket ist, dass keine Telefonstrippe mehr vom ISDN-Anschluss ins Nebenzimmer oder auf die Terrasse gelegt werden muss, um dort mit dem PC oder Laptop ins Internet gehen zu können. Blue-Fritz nutzt zur Verbindung die Bluetooth-Kurzstrecken-Funktechnologie, die mit ihrer Standardisierung vor allem für den Endkonsumenten-Markt ausgerichtet ist.

Die in blau-grau gehaltene Box - der Access Point oder auch Zugangspunkt - wird mit dem ISDN-Abschluss der Telekom verbunden und erhält über den mitgelieferten Trafo seinen Strom. Danach wird der daumengroße und zwölf Gramm leichte Bluetooth-Adapter ins Laptop gesteckt. Bei Windows-Systemen wird dann automatisch die neue Hardware erkannt und der Nutzer zum Einlegen der entsprechenden CD-ROM aufgefordert. Damit kein Unbefugter die Datenübertragung stören kann oder über Nachbars ISDN-Leitung die eigenen Telefonkosten senkt, muss während der Installation die vorgegebene Zugangskennung eingetippt werden. Die weitere Installation erfolgt automatisch, zum Abschluss wird das Laptop neu gestartet.

Vor dem Aufbau der kleinen Anlage sollte man sich Gedanken darüber machen, in welchen Räumen der drahtlose Internet-Kontakt genutzt werden soll. Die maximale Reichweite von 100 Metern gilt nur im Freien und auch dort nur, wenn keine Hindernisse den Funkverkehr stören. Die Terasse oder der kleine Garten kann somit mittels Bluetooth gut erfasst werden. In Gebäuden variiert die Reichweite hingegen je nach verwendeten Baustoffen erheblich. Zwar können selbst größere Altbauwohnungen mit einem Zugangspunkt "ausgeleuchtet" werden, wenn das Basisgerät an zentraler Stelle steht. In Bürogebäuden mit Stahlbeton-Konstruktionen reicht die Leistung der Bluetooth-Technik dagegen oft nicht einmal, um im Büro auf der anderen Seite des Gangs ein ausreichendes Signal zu erhalten.

Das mitgelieferte Software-Paket umfasst alle benötigten Funktionen. Zudem erlaubt das Programm Fritz-Web auf einfache Weise die Zuschaltung der zweiten ISDN-Leitung, wenn es einmal beim Download etwas schneller gehen soll. Fazit: Der Einsatz von AVM Blue-Fritz erlaubt eine bis dato nicht gekannte Flexibilität bei der Anbindung von Computer oder Laptop an das World Wide Web.

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