Blumenversender : 33 Cent mehr für den Fleurop-Strauß

Für einen Blumenhändler dürften blühende Geschäfte das schönste Geschenk zum 100. Geburtstag sein. Für Fleurop dürfte es demnach ganz nach Geschmack laufen: Von der Konjunkturschwäche hat der Berliner Blumenversender bisher nichts gespürt.

Berlin „Die Lieferaufträge legten um 2,2 Prozent zu“, sagte Vorstandsmitglied Niklas Dörr am Mittwoch in Berlin zum bisherigen Jahresverlauf. Die positive Entwicklung von 2007 halte auch 2008 an. Der Konjunkturzyklus komme bei Blumenhändlern meist erst mit Verzögerung an, erklärte Dörr.
Mit Konjunkturzyklen hat das Unternehmen Erfahrung. Schon 1908 kam der Berliner Florist Max Hübner auf die Idee, nicht Blumensträuße durch die Welt zu senden, sondern nur die Aufträge, die dann von Floristen vor Ort ausgeführt wurden. Heute gibt es weltweit 50 000 Fleurop-Händler in 150 Ländern, 8000 allein in Deutschland. 35 Cent pro Bestellung gehen an die Fleurop AG, die in Lichterfelde 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigte sich das Unternehmen, das am 17. September vor 100 Jahren gegründet wurde, trotz nahezu stabiler Umsätze zufrieden. Der Umsatz sei um 1,3 Prozent auf „über 71 Millionen Euro“ gestiegen, sagte Dörr. Die Entwicklung müsse aber vor dem Hintergrund eines insgesamt „schwierigen Jahres für Floristen“ gesehen werden. Beim Gewinn blieb der Versender vage: Ein einstelliger Millionenbetrag“ sei angefallen, der aber komplett ins Marketing gesteckt werde.

Alle acht Sekunden wird in Deutschland ein Fleurop-Strauß verschickt, jeder dritte wird bereits im Internet geordert, die Zuwachsraten sind zweistellig. Die Kunden sind im vergangenen Jahr sogar etwas spendabler geworden: Knapp 30 Euro ließen sie sich ihren Blumengruß im Schnitt kosten – das waren immerhin 33 Cent mehr als im Vorjahr. pet

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