Wirtschaft : BMW baut in Spandau aus

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Die Sparte Motorrad ist im Hause BMW zwar schon lange kein Kostgänger der Autoproduktion mehr, aber nun haben die Spandauer eine ganz besondere Schallmauer durchbrochen: Der Umsatz überstieg in 2001 erstmals die Milliardengrenze - in Euro. Gleichzeitig wurde zum neunten Mal in Folge der firmeneigene Verkaufsrekord des Vorjahres überschritten: Im vergangenen Jahr gelangten weltweit mehr als 95 000 Motorräder in Kundenhand. Diese Zahlen nannte der Leiter der Sparte, Marco von Maltzan, am Donnerstag beim Richtfest für eine neue Produktionshalle des Werkes. Sie ist rund 16 000 Quadratmeter groß, die Investitionen betragen insgesamt 117 Millionen Euro. Der Neubau ist notwendig, um die angepeilte Menge von 100 000 Motorrädern pro Jahr fertigen zu können.

BMW ist der fünftgrößte industrielle Arbeitgeber in Berlin. Die Herstellung von Autoteilen eingerechnet, werden hier 2700 Menschen beschäftigt. Um den saisonal unterschiedlichen Anforderungen im Unternehmen gerecht zu werden, haben sich Firmenleitung und Betriebsrat schon vor Jahren erfolgreich auf ein flexibles System der Arbeitszeiteinteilung geeinigt.

Mit der wachsenden Nachfrage nach Spandauer Motorrädern gelangt BMW immer dichter an seine Konkurrenten heran: Der nun errungene Marktanteil in Deutschland wuchs von 13,9 auf 16 Prozent - das sind nur wenige Zehntelstellen weniger als Honda und Yamaha, die die Plätze zwei und drei der Zulassungsstatistik besetzen; auf Platz eins liegt Suzuki. Bei den Motorrädern über 750 Kubik Hubraum ist BMW in Deutschland mit 22,5 Prozent Marktführer.

Doch nicht nur in der Bundesrepublik wachsen die Verkaufszahlen dieses Herstellers, auch das Auslandsgeschäft nimmt zu. Schließlich werden 70,8 Prozent der Fahrzeuge außerhalb der Bundesgrenzen abgesetzt. An erster Stelle stehen die USA mit gut 13 000 Stück, aber auch die Italiener finden Gefallen an dem stilisierten weißblauen Propeller, mehr als 10 000 Einheiten rollten zuletzt über die Alpen.

Von den mehr als 25 000 Neuzulassungen in Deutschland hält die R 1150 GS mit fast 7000 Stück auch im beendeten Jahr wieder den größten Anteil der BMW-Produktpalette. Dieses Motorrad ist wegen seiner Vielseitigkeit seit Jahren sehr beliebt. Und wenn man die weltweiten Verkäufe betrachtet, steht die kleine Schwester F 650 GS mit knapp 17 500 verkauften Exemplaren obenan. Auch der Roller C1 hat mit 10 000 Stück das Absatzziel des Jahres 2001 erreicht.

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