Wirtschaft : BMW bleibt Vickers-Favorit

Widerspruch vom Rolls-Royce-Chef: VW ist noch im Rennen LONDON / BERLIN (dpa/ADN).Der britische Vickers-Konzern verhandelt im April exklusiv mit BMW über den Verkauf von Rolls-Royce.Dies bestätigte eine Sprecherin des britischen Unternehmens am Mittwoch in London."Sollte jemand unaufgefordert während dieser Zeit noch ein Kaufangebot einreichen, nehmen wir dies zur Kenntnis, aber wir können nicht darauf eingehen", erläuterte sie.Sie reagierte damit auf Gerüchte über ein verbessertes VW-Angebot, das ausgearbeitet worden sein soll, nachdem sich Vickers zugunsten von BMW entschieden hatte.Dagegen ist das Rennen um die Nobelmarke nach Angaben von Rolls-Royce-Chef Graham Morris noch nicht endgültig gelaufen.Zwischen BMW und der Rolls-Royce-Mutter Vickers gebe es zunächst nur eine "grundsätzliche Übereinkunft".Die konkreten Übernahme-Verhandlungen müßten im Laufe des nächsten Monats erfolgen, sagte Morris der Tageszeitung "Die Welt".Morris ließ nach Angaben des Blattes durchblicken, daß es nach der Bekanntgabe von BMW als potentiellem Käufer von Rolls-Royce noch einmal Diskussionen zwischen Volkswagen und Vickers gegeben habe.Der Rolls-Royce-Chef habe aber keinen Zweifel daran gelassen, daß der Münchner Konzern der absolute Übernahme-Favorit sei.Der Volkswagen-Konzern blieb am Mittwoch bei seiner Erklärung "Kein Kommentar".Wie die britische Zeitung "Financial Times" berichtete, soll VW bereit sein, mehr Geld als im ersten Angebot zu zahlen und auch das Vickers-Motorenwerk Cosworth zu kaufen.Nach diesen Berichten wolle VW insgesamt 1,7 Mrd.DM an Vickers zahlen.Das BMW-Angebot liegt bei gut einer Mrd.DM. Vickers lege größten Wert auf "Glaubwürdigkeit und auf Umsetzbarkeit", betonte die Konzerns-Sprecherin.Unter diesen Aspekten und im besten Interesse der Aktionäre - überwiegend große Pensionsfonds - habe sich der Konzern unter den eingereichten Kaufangeboten für BMW entschieden.Neben den von Vickers bestätigten deutschen Autofirmen BMW und VW hatte noch eine Gruppe von Rolls-Royce-Enthusiasten Kaufinteresse öffentlich bekundet. Die Entscheidung über den Verkauf der Nobelmarke soll bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung fallen, die voraussichtlich für die zweite Maihälfte einberufen werde.Aus der Konzernführung war bereits inoffiziell verlautet, daß man das BMW-Angebot als gut ansehe.Jeder habe Gelegenheit gehabt, innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit ein Angebot einzureichen, hatte Firmenchef Colin Chandler betont.BMW-Vorstandsmitglied Wolfgang Reitzle hatte sich am Dienstag abend optimistisch geäußert, daß BMW Rolls-Royce übernehmen werde.

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