Wirtschaft : BMW: Das Unternehmen legt Rekordzahlen vor

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Erstmals völlig befreit von den Lasten ihrer britischen Ex-Tochter Rover ist BMW mit hohen Zuwächsen und neuen Rekorden ins Jahr 2001 gestartet. So hat sich der Gewinn nach Steuern trotz Vervierfachung der Ablieferungen an den Fiskus in Folge eines einmaligen Sondereffekts im ersten Quartal dieses Jahres auf 800 Millionen Mark fast verfünffacht. Zugleich warnen die Münchner in einem Zwischenbericht aber davor, die Quartalszahlen auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Die laufende Produktoffensive, vor allem der Modellwechsel beim "7er" BMW und der Anlauf des Kleinwagens "Mini", würden in der zweiten Jahreshälfte die Kosten erhöhen. Dennoch belegen die Quartalsrekorde für BMW-Chef Joachim Milberg, dass die Konzentration auf das automobile Topsegment erfolgreich sei. "Wir nutzen die Stärke der BMW-Gruppe für weiteres profitables Wachstum." Bereinigt um Sondererträge durch einen Grundstücksverkauf ist das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit in der dominierenden Sparte BMW-Automobile in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 39 Prozent auf 1,6 Milliarden Mark gestiegen. Im entsprechenden Vorjahresquartal mussten noch Verluste bei Rover in Höhe von 829 Millionen Mark verkraftet werden. Das Ergebnis der Münchner liegt am oberen Rand der Markterwartungen. Das beflügelte die Aktie, deren Kurs am Donnerstag um gut vier Prozent zulegte.

Auch der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal bereinigt um Rover mit einem Plus von gut einem Drittel auf über 18 Milliarden Mark. Die Auslieferungen legten konzernweit um knapp ein Zehntel auf über 221 000 BMW-Automobile zu. Getragen werde der Verkaufserfolg vor allem von der "3er"-Reihe, dem Geländewagen "X5" und der "5er"-Reihe, teilte BMW mit. Vor einer Rekordrunde steht auch die in Berlin fertigende Motorradsparte. Deren Produktion wurde im ersten Quartal um knapp acht Prozent auf über 23 000 Maschinen gesteigert. Vom Aufwärtstrend profitiert auch die Belegschaft. BMW beschäftigte Ende März weltweit über 95 200 Mitarbeiter. Damit wurden seit Jahresanfang 1600 Personen eingestellt.

Neue Wege bei VW

Die Pläne zur Schaffung von 5000 Arbeitsplätzen bei Volkswagen durch ein neues Tarifmodell stehen vor einer entscheidenden Hürde. Vertreter von VW-Vorstand und IG Metall wollen nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers am Freitag in Berlin nach mehreren Sondierungsgesprächen erstmals ernsthaft verhandeln. Dabei geht es um ein Pilotprojekt, bei dem 5000 neue Beschäftigte 5000 DM erhalten. Umstritten sind vor allem die von VW geforderten hoch flexiblen Arbeitszeiten von bis zu 48 Stunden pro Woche. Die 5000 Beschäftigten sind modellbezogen nicht nur für den Bau, sondern auch für Logistik und Vertrieb eines Autos zuständig. Für das dreijährige Pilotprojekt soll eine eigene VW-Tochtergesellschaft gegründet werden mit eigenem Tarifvertrag - ähnlich wie bereits für die Beschäftigten der VW-Autostadt.

Im Ziel sind sich beide Seiten einig, nach mehreren Sondierungsrunden soll heute in Berlin erstmals ernsthaft verhandelt werden. IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine kämpferisch: "Die unzumutbaren Arbeitszeitvorstellungen müssen weg." Dagegen hat VW-Personalchef Hartz ausgerechnet, dass ein VW-Beschäftigter von den 8760 Stunden des Jahres lediglich 1060 tatsächlich arbeitet, also nur 12,5 Prozent. Darüber gebe es "großen Dispositionsfreiraum". Das sieht Gewerkschafter Meine anders: "Natürlich wollen wir mit flexibleren Arbeitszeiten eine atmende Fabrik ermöglichen. Entscheidend ist aber der wöchentliche Durchschnittswert." Es könne nicht sein, dass statt des Erfolgsrezepts der 28,8-Stunden-Woche nun einer deutlichen Arbeitszeitverlängerung das Wort geredet werde.

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