Wirtschaft : BMW: Der Autokonzern setzt auf Luxusautos

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Ungeachtet aller aktuellen Konjunkturprobleme will die Bayerische Motoren Werke (BMW) AG, München, in den nächsten sechs Jahren in eine neue Dimension und die Rolle des führenden Anbieters von Luxusautos hineinwachsen. Bis zum Jahr 2007 soll der jährlich BMW-Absatz um ein Drittel auf dann 1,2 Millionen Autos wachsen und der Umsatz ähnlich stark auf gut 100 Milliarden Mark zulegen, kündigte Konzernchef Joachim Milberg in München vor Journalisten im Vorfeld der Frankfurter Automobilausstellung IAA an. Dabei gebe es keine Abstriche bei der Profitabilität. Schon dieses Jahr soll die Umsatzrendite vor Steuern den neuen Rekordwert von mehr als sechs (Vorjahr 4,7) Prozent erreichen, und in den kommenden Jahren verbessert werden, sagte der Konzernchef. Beim Absatz erwartet er trotz allgemein unter Druck stehender Automobilmärkte ein Plus von neun Prozent auf mehr als 900 000 Autos. In den kommenden sechs Jahren will BMW 20 neue Modelle und drei neue Motorenbaureihen anbieten. Dafür haben die Bayern Entwicklungskosten von knapp 20 Milliarden Mark und Investitionen von mehr als 31 Milliarden Mark veranschlagt. Finanziert würden diese Summen aus dem Cash flow, sagte Milberg.

Den Anfang machen der "Mini", der in diesen Tagen erstmals auch in Deutschland verkauft wird, und die neue 7er-Reihe, die auf der IAA präsentiert wird. Das neue BMW-Flaggschiff werde neue Maßstäbe in der Luxusklasse setzen, meinte Milberg. Beim "Mini" werde die jüngste Panne, die zu einer Rückrufaktion in Großbritannien und einer Nachrüstung aller 7000 bisher produzierten Fahrzeuge geführt hat, nicht zu einer Verzögerung der weiteren Markteinführung führen. In den kommenden Jahren wollen die Bayern unter anderem mit der 1er-Reihe einen kleinen BMW, eine neue 6er-Reihe und weitere Varianten von Geländewagen sowie einen neuen Rolls-Royce auf den Markt bringen. Auf Basis der 7er-Reihe will BMW zudem ein Auto mit Wasserstoffantrieb in Serie produzieren.

Für Luxuswagen hat BMW 50 Prozent Wachstumspotenzial ermittelt, gegenüber 25 Prozent im Massensegment. Um diese Möglichkeiten auszuschöpfen seien Kapazitätserweiterungen in den bestehenden Standorten ausreichend, sagte Milberg. Außer dem jüngst für Leipzig angekündigten Werksneubau seien binnen sechs Jahren angesichts einer jährlichen BMW-Produktivitätssteigerung von rund einem Zehntel keine neuen Fabriken nötig. Im Rahmen ihres ehrgeizigen Programms wollen die Münchner auch die Kooperation in der Branche verstärken. So soll der japanische Autobauer Toyota demnächst Diesel-Motoren für den "Mini" liefern. Milberg glaubt nicht, dass das geplante Wachstum die Exklusivität der eigenen Marke beeinträchtigen und BMW somit Opfer des eigenen Erfolgs werden könnte. Bei einem Weltmarktanteil von knapp zwei Prozent sei BMW "noch weit von der Exklusivitätsgrenze entfernt", meinte der Konzernlenker.

Auch das gezielte Aufrüsten von Konkurrenten wie Ford und VW im Luxuswagensegment, jeweils mit ehemaligen BMW-Managern an der Spitze, bereitet Milberg keine Sorgen. Auch diese branchenweite Vorwärtsstrategie werde auf Sicht nicht zu Überkapazitäten im so genannten Premiumsegment führen.

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