Wirtschaft : BMW einigt sich mit der britischen Regierung

MÜNCHEN (tmh).Die Bayerische Motoren Werke (BMW) AG, München, hat sich mit der britischen Regierung über die Höhe von Subventionen für ihr Autowerk in Longbridge geeinigt.Damit ist sichergestellt, daß der neue Mittelklassewagen R 30 der BMW- Tochter Rover dort produziert wird, teilten BMW und die britische Regierung in einer gemeinsamen Erklärung mit.Beide Seiten freuen sich, daß die derzeit als völlig veraltet geltende Fabrik in Longbridge nun "ein Automobilwerk der Weltklasse für das nächste Jahrhundert" werden kann.Über das genaue Subventionsvolumen wurden zunächst keine Angaben gemacht.Durch die Einigung werden 9600 Rover-Arbeitsplätze bei Longbridge sowie rund 40 000 Stellen bei Zulieferern in Großbritannien gesichert.

Die britische Regierung hatte dem Vernehmen nach zunächst nur Zuschüsse in Höhe von rund 350 Mill.DM angeboten, während BMW angeblich 600 bis 800 Mill.DM gefordert hatte.Nun haben die Briten offenbar ihr Angebot nachgebessert.Falls London dazu nicht bereit sei, werde BMW den R 30 außerhalb Großbritanniens bauen, hatte BMW vor kurzem gedroht.Eine Sanierung des Rover-Hauptwerks Longbridge laufe praktisch auf einen Neubau hinaus, der 1,45 bis 1,75 Mrd.DM koste, hatte BMW-Chef Joachim Milberg jüngst vorgerechnet.Die Fabrik gilt als eine Hauptursache für die hohen Rover-Verluste, die 1998 fast 1,9 Mrd.DM betragen haben.Ziel sei es, alle britischen Werke auf ein BMW-übliches Produktivitätsniveau zu bringen, hatte Milberg zuletzt angekündigt, ohne dafür einen Zeitraum zu nennen.Rover habe gegenüber deutschen BMW-Werken einen 30prozentigen Produktivitätsrückstand, hatte das BMW- Management früher beklagt.

Der neue R 30 soll die beiden Modelle Rover 200 sowie Rover 400 ersetzen und binnen drei Jahren zur Serienreife entwickelt werden.Damit würde die Reihe der von der bayerischen Konzernmutter verantworteten Rover-Neuentwicklungen fortgesetzt.Mitte dieses Jahres wird nach BMW-Angaben mit dem R 75 ein Anfang gemacht.Dieses Rover-Spitzenmodell ersetzt die bisherigen Typen Rover 600 und Rover 800.Im Jahr 2000 soll dann ein neu entwickelter Kleinwagen der Marke "Mini " auf den Markt kommen.Die jetzige Subventionsvereinbarung sei noch von der formellen Zustimmung des BMW-Vorstands abhängig, erklärten die Münchner weiter.Zudem sei die Einwilligung der EU-Wettbewerbsbehörden erforderlich.

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