Wirtschaft : BMW fällt zurück

Gewinn und Umsatz schrumpfen im ersten Quartal. Konzernchef Panke ist aber dank neuer Modelle optimistisch

Nicole Huss

München - Nach einem langen Höhenflug bekommt jetzt auch BMW die Probleme der Branche zu spüren. Hohe Rohstoffpreise, Währungsbelastungen und zunehmender Wettbewerb hinterließen im ersten Quartal 2005 deutliche Spuren in der Bilanz. Dank neuer Modelle ist BMW dennoch optimistisch, die Jahresziele zu erreichen. Die BMW-Aktie verbuchte bis Handelsschluss ein Plus von 0,49 Prozent auf 33,14 Euro.

„Die ersten drei Monate bestärken unsere positiven Erwartungen für das Gesamtjahr“, sagte BMW-Chef Helmut Panke am Dienstag in München. Trotz externer Belastungen und des Modellwechsels in der volumenstarken 3er-Baureihe wolle der Konzern das Vorjahresergebnis „in etwa“ erreichen. 2004 hatte BMW neue Höchstwerte bei Umsatz, Absatz und Ergebnis eingefahren. Der Jahresüberschuss betrug 2,22 Milliarden Euro. Mit der Einführung von fünf neuen Modellen – darunter der Kompaktwagen 1er und der Geländewagen X3 – hatte BMW die größte Produktoffensive in der Konzerngeschichte gestartet.

Im ersten Quartal 2005 machte sich der Wechsel beim 3er-Modell bemerkbar, das Anfang März in Europa auf den Markt gekommen ist. „Die Einführungskampagnen haben hohe Marketingkosten verursacht“, erklärte Finanzvorstand Stefan Krause. Zudem habe sich die Umstellung der Produktion negativ ausgewirkt. Insgesamt fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als vier Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Der Gewinn ging von 851 auf 812 Millionen Euro zurück. Beim Absatz konnte BMW dagegen an seine Rekordserie anknüpfen: Er stieg um gut acht Prozent auf einen neuen Quartalshöchstwert.

Mit der Einführung der 3er-Reihe zeigte sich Panke zufrieden. Der Absatz von 6444 Fahrzeugen im März habe „die Erwartungen übertroffen“. Auch der April sei gut verlaufen. Insgesamt stieg der Absatz bei der Kernmarke BMW im Auftaktquartal um knapp acht Prozent; der Mini lieferte ein Plus von mehr als zehn Prozent. Auch die Motorradsparte legte beim Absatz um 18,8 Prozent zu. Sorgen bereitet den Münchnern allerdings weiterhin die britische Tochter Rolls Royce. Im ersten Quartal wurden nur 126 Luxuswagen ausgeliefert – zehn Prozent weniger als im Vorjahr. 2004 wollte BMW 1000 Rolls Royce verkaufen, verfehlte dieses Ziel aber deutlich.

Zu kämpfen hat BMW mit hohen Rohstoffpreisen und dem schwachen Dollar. „Im ersten Quartal waren diese Einflüsse erheblich und im Gesamtjahr werden sie uns noch stärker belasten“, gab Krause zu. Rolf Woller, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank, sagte auf Anfrage, er rechne auf Grund dieser beiden Faktoren mit Belastungen in Höhe von 900 Millionen Euro. Dennoch hält Woller es für realistisch, dass BMW sein Jahresziel erreicht. Den ungünstigen Einflüssen von außen will der Konzern mit Kosteneinsparungen im Vertrieb von mehreren hundert Millionen Euro und höherem Absatz trotzen. Dazu sollen neue Modelle wie der 3er Touring und der 130i beitragen, die in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Zu Jahresbeginn hatte BMW die neue 3er Limousine, den überarbeiteten 7er und die Rennmodelle M5 und M6 eingeführt.

Im Vergleich zu anderen Autobauern steht BMW im ersten Quartal aber noch gut da: So stürzte Hauptkonkurrent Mercedes mit einem Minus von 954 Millionen Euro erstmals seit Jahren in die Verlustzone.

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