Wirtschaft : BMW führt vor Mercedes und Audi

Rekord bei Absatz, Umsatz und Ergebnis / Nur Porsche und Toyota machen mehr Gewinn

Alfons Frese

Berlin - BMW hat seinen Vorsprung vor Mercedes-Benz und Audi verteidigt. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn vor Steuern um rund ein Drittel auf 1,4 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Rendite liege „deutlich über dem Branchendurchschnitt“. Auch bei Umsatz und Absatz gab es Rekordzahlen, sodass Vorstandschef Helmut Panke die BMW Group mit dem besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte Anfang September seinem Nachfolger Norbert Reithofer übergibt.

Für das gesamte Jahr werde „unverändert ein Ergebnis vor Steuern von vier Milliarden Euro sowie ein neuer Spitzenwert bei den Auslieferungen“ erwartet, sagte Panke anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Die Position als „weltweit führender Premiumhersteller“ werde gehalten. Die Börse reagierte erst positiv, dann bröckelte der BMW-Kurs aber ab, weil die Familie Quandt als Großaktionär 8,7 Millionen Aktien abstößt. Die Dresdner Bank soll die Papiere im Wert von 350 Millionen Euro platzieren. Die Quandts halten rund 48 Prozent an BMW.

Im ersten Halbjahr verkaufte die BMW Group mit den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce 698 470 Autos, das waren acht Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2005. BMW profitiert derzeit vor allem vom Erfolg des 3ers, der vor einem Jahr neu auf den Markt gekommen war.

Die Mercedes Car Group (neben Mercedes gehören dazu Smart und Maybach) setzte im ersten Halbjahr 607 000 Autos ab und damit neun Prozent mehr als im Vorjahr. Und Audi verkaufte zwischen Januar und Juni 463 000 Autos (plus 9,8 Prozent). Audi-Chef Martin Winterkorn will in den kommenden Jahren die beiden Wettbewerber einzuholen.

Das sehen die Münchener gelassen. „In den kommenden Jahren wird die Rendite weiter über dem Branchendurchschnitt liegen“, heißt es im jüngsten Zwischenbericht. Im ersten Halbjahr stieg die Umsatzrendite von acht auf 8,6 Prozent. Neben Toyota und Porsche ist BMW der profitabelste Autohersteller. Im vergangenen Jahr lag die Umsatzrendite, die das Verhältnis des Gewinns vor Steuern zum Umsatz wiedergibt, bei sieben Prozent. Damit lag BMW zwar weit hinter Porsche (18,9 Prozent) und Toyota (9,9 Prozent). Doch der Vorsprung vor dem Hauptwettbewerber Mercedes (minus ein Prozent) war beträchtlich. Audi kam auf eine Umsatzrendite von 4,9 Prozent.

Inzwischen hat allerdings die Mercedes Car Group (MCG) die hohen Aufwendungen für den Personalabbau bei Mercedes und die Smart-Sanierung weitgehend überwunden. Nach dem ersten Halbjahr 2006 stand unterm Strich der MCG ein operativer Gewinn von 129 Millionen Euro; im Vorjahreszeitraum hatte es ein Minus von 942 Millionen Euro gegeben.

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