Wirtschaft : BMW: Gute Halbjahreszahlen

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"Die BMW-Group wird aus eigener Kraft heraus weiter wachsen", teilte der Münchener Autokonzern am Montag anlässlich der Präsentation der Ergebnisse für das erste Halbjahr selbstbewusst mit. BMW werde auch in Zukunft "durch die Konzentration auf ertragreiche Marktsegmente" profitabel wachsen. Man verfolge eine "Premium-Markenstrategie". Damit tritt BMW immer wieder aufkeimenden Übernahme-Spekulationen erneut entgegen.

Für das Gesamtjahr 2000 erwartet BMW, dass trotz der weltweit abflachenden Automobilkonjunktur deutlich mehr als 800 000 BMW-Fahrzeuge ausgeliefert werden. Auch das Ergebnis von 1999 soll "deutlich übertroffen" werden, hieß es. Im vergangenen Jahr lag der Jahresüberschuss vor außerordentlichen Aufwendungen bei 663 Millionen Euro. Für sämtliche Aufwendungen und Belastungen aus der Neustrukturierung des Konzerns sei im Jahresabschluss 1999 ausreichend Vorsorge getroffen worden. Im laufenden Geschäftsjahr würden also keine weiteren Belastungen auftreten.

Im Mai hatte der Konzern nach langem Hin und Her ihre verlustreiche britische Tochtergesellschaft Rover für den symbolischen Preis von zehn Pfund an Phoenix verkauft, ein Konsortium unter dem ehemaligen Rover-Chef John Towers. Im Laufe des zweiten Halbjahres würden weitere Einzelheiten über die Abwicklung und die Auswirkungen des Rovers-Verkaufs bekannt gegeben, teilte BMW am Montag mit.

Das erste Halbjahr 2000 hat sich ausgesprochen positiv für BMW angelassen. So stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 58 Prozent auf 719 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss verbesserte sich sogar um 67 Prozent auf 319 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch ein um 15 Prozent erhöhter Rover-Verlust von 762 Millionen Euro. Der Bereich BMW-Automobile erhöhte das Ergebnis um fast 19 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro, der Bereich Finanzdienstleistungen um 25 Prozent auf 190 Millionen Euro.

Starke Nachfrage nach 3er Reihe

Besonders erfreulich verlief das Geschäft in Deutschland, nach wie vor wichtigster Markt für BMW. Obwohl die Neuzulassungen im Inland im ersten Halbjahr um zehn Prozent zurückgingen, konnte BMW den Absatz um 1,1 Prozent auf knapp 130 000 Fahrzeuge erhöhen. Auch in den USA entwickele sich der Absatz mit einem Plus von 13,7 Prozent gut. In Spanien, Frankreich, Italien, Kanada, Belgien und den Niederlanden wurden nach Angaben aus München neue Verkaufsrekorde erzielt. Besonders deutlich sei die Nachfrage nach der 3er Reihe, die ein Plus von 14 Prozent verzeichnet. Die 5erReihe muss dagegen ein Minus von 2,6 Prozent hinnehmen, die 7er-Reihe von zehn Prozent.

Bei BMW waren per Ende Juni 106 605 (i.V. 114 013) Menschen beschäftigt davon 13 000 Land-Rover-Mitarbeiter die zum 1. Juli an Ford übergingen. 7000 Mitarbeiter hatte vorher der Rover-Käufer Phoenix übernommen, weiter für BMW arbeiten in Großbritannien 8170 ehemalige Rover-Mitarbeiter.

Die Aktie reagierte mit einem Plus auf die überraschend guten Zahlen und erreichte direkt nach der Veröffentlichung am Montag Vormittag ein neues Jahreshoch bei deutlich über 38 Euro. Händler erklärte die Zahlen hätten über den Erwartungen des Marktes gelegen.

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