Wirtschaft : BMW hat wieder technische Probleme

US-Verkehrssicherheitsbehörde untersucht 204 000 Fahrzeuge des Münchner Autoherstellers / Verletzungen durch Airbags

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München (nad). Zum wiederholten Mal hat BMW bei seinen Fahrzeugen Probleme mit der Technik: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat mit der Untersuchung von rund 204 000 Fahrzeugen des Münchener Autoherstellers begonnen. Bei der Prüfung geht es um Probleme mit dem Seitenairbag in Fahrzeugen der 3er-Serie der Baujahre 1999 bis 2001. Es habe bereits 265 Beschwerden gegeben, weil der Airbag ohne einen Unfall ausgelöst worden war, teilte die NHTSA am Mittwoch mit. Die Airbags seien meistens beim Überfahren von Schlaglöchern oder Bordsteinkanten aufgegangen, hieß es. Bei den 41 Verletzungsfällen handele es sich mehrheitlich um Prellungen und Schnittwunden. „Schadenersatzansprüche und Klagen gibt es nach bisherigem Kenntnisstand nicht", sagte ein BMW-Sprecher am Mittwoch in München.

Kosten von zehn Millionen Euro

Die Gesamtkosten bezifferte der Sprecher auf etwa zehn Millionen Euro für den Fall, dass in allen 204 000 Fahrzeugen eine neue Software aufgespielt werden müsste. „Diese Kosten sind aber bereits in vorsorglichen Rückstellungen enthalten", sagte er.

In Deutschland hat es bei der 3er-Reihe nach Angaben des Sprechers noch keine größeren Probleme mit Airbags gegeben, da diese Fahrzeuge auf einem anderen Software-Stand seien. „Die Sensibilität für Airbags war in der Software der US-Fahrzeuge wohl zu hoch", sagte der Sprecher. In den USA hatte BMW zuletzt mit zwei Rückrufaktionen auf das Problem mit den Seitenairbags reagiert. 32 500 Fahrzeuge der 3er-Reihe rief BMW im April 1999 zurück, die später gebauten Automobile wurden mit einer verbesserten Regelung ausgestattet. Dennoch musste der Konzern erst vor ein paar Wochen weitere 20 500 3er-BMWs zurückrufen. Diese sind nach Angaben des BMW-Sprechers in den nun von der US-Behörde geprüften Fahrzeugen enthalten.

Auch Probleme bei Minis

Die 3er-Reihe ist nicht das einzige Sorgenkind des bayerischen Konzerns: Ende Juli hatte BMW weltweit knapp 39 000 Minis zurückgerufen, weil sich das Schaltseil lösen konnte und damit das Schalten unmöglich wurde. Der in den USA produzierte Geländewagen X5 musste zurück in die Werkstätten, weil bei rund 56 000 aller 187 000 Wagen die Gefahr bestand, dass sich im Extremfall das Bremspedal löst. Auch das neu eingeführte Top-Modell, der 7-er BMW, blieb von Mängeln nicht verschont: Weltweit 15 000 Autos musste BMW bereits wegen Software-Problemen zurückrufen.

Der Konzern hat in diesem Jahr bereits rund 73 000 Autos in den USA zurückgerufen - mehr als im Gesamtjahr 2001.

Der im Mai angetretene Vorstandschef Helmut Panke hatte kürzlich auf einer BMW-Veranstaltung gesagt, er sehe trotz der Rückrufaktionen keinen Imageschaden für BMW.

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