Wirtschaft : BMW in den USA erfolgreicher als in Deutschland Geländewagen X3 und Roadster Z4 stützen Wachstum

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Detroit (hof/kk/HB). BMW könnte in diesem Jahr erstmals auf einem Auslandsmarkt mehr Autos absetzen als in Deutschland. „Das ist eine Konsequenz aus dem strategischen Ziel, die Präsenz auf dem USMarkt zu stärken“, sagte der BMW-Vorstandsvorsitzende Helmut Panke auf der Detroit Motorshow. Im vergangenen Jahr war die Differenz zwischen dem Absatz auf dem Heimatmarkt und dem in den USA bereits auf knapp 2000 Fahrzeuge geschrumpft. Von den weltweit 1,06 Millionen verkaufter Autos der Marken BMW und Mini fanden 2002 bereits 256 000 einen Käufer in den USA. Da die Bayern im laufenden Jahr in Westeuropa eine Stagnation erwarten, hoffen sie in Nordamerika und Asien auf Zuwachsraten. Einen Schub erhofft sich BMW in Übersee vor allem von dem neuen Roadster Z4 und dem kleinen, bei Magna Steyr in Österreich gebauten Sport-Geländewagen X3. Auch für das Sportcoupé der 6er-Reihe sollen Käufer in den USA begeistert werden.

Die vier Modellanläufe – auch die 5er-Serie wird in diesem Jahr erneuert – werden jedoch auch die Erträge belasten. Panke geht zwar davon aus, „die positive Entwicklung fortsetzen zu können“ und die Kosten der Modellwechsel zu kompensieren. Er gibt sich jedoch betont vorsichtig: „Es gibt keine Signale, dass das Ergebnis zurückgeht, aber auch keine Sicherheit, dass es steigt.“ Nachfragesteigerungen will BMW zunächst einmal mit einer Flexibilisierung der Produktion auffangen. Diese Strategie wurde bereits 2002 gefahren. So wurden allein in den deutschen Werken 32 Sonderschichten absolviert, um den höchsten Absatz in der Unternehmensgeschichte stemmen zu können.

Kritik daran, dass die Ausweitung der Produktpalette nach unten die Marge der BMW-Gruppe drücke, weist Panke vehement zurück: „Vom Mini bis zum Rolls Royce gilt die gleiche Messlatte“, was die Modellrendite betreffe. Vom neuen Rolls-Royce-Modell Phantom will BMW rund 1000 Stück im Jahr verkaufen.

VW baut Struktur um

Ähnlich wie BMW will auch VW vor allem in Asien wachsen. Für die USA rechnet VW-Chef Bernd Pischetsrieder mit einem Rückgang der Nachfrage auf dem Gesamtmarkt von 16,8 auf etwa 16,2 Millionen Fahrzeuge, sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Während in Detroit die Produkte im Vordergrund stehen, arbeitet der Volkswagenkonzern im Hintergrund an einer Umstrukturierung der Organisation innerhalb des Konzerns, die erst zum Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein wird, wie der Vorstandsvorsitzende einräumte. Im Mittelpunkt stehen die Optimierung der Modellzyklen und die Abgrenzung der Marken. „Es sind alle Entscheidungen darüber getroffen, welche Projekte bis 2007 in welchen Fahrzeugsegmenten für welche Konzernmarken gestartet werden sollen“, sagte Pischetsrieder. Der VW-Konzern, der 2002 nach früheren Prognosen mit vier Milliarden Euro vor Steuern rund zehn Prozent weniger verdient hat als 2001, will Kosten senken, indem die Laufzeiten wichtiger Volumenmodelle entzerrt und damit Belastungen im Entwicklungsbereich und durch fast parallele Modelleinführungen vermindert werden.

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