Wirtschaft : BMW: Münchner Autobauer steuert weltweit auf einen Absatzrekord zu

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Die Bayerische Motoren Werke (BMW) AG, München, meldet sich nach dem Desaster bei Rover mit einem neuen Auslieferungsrekord zurück. Zum Halbjahr 2000 seien weltweit rund 421 000 Autos der Marke BMW und damit knapp neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum abgesetzt worden, teilte der Konzern in München mit. Im Monat Juni lag das Absatzplus bei 3,3 Prozent. "Seit Jahresbeginn schreiben wir Monat für Monat neue Verkaufshöchstleistungen", beschrieb BMW-Chef Joachim Milberg die aktuelle Entwicklung seines Unternehmens.

In Deutschland habe BMW den Absatz um gut ein Prozent auf 129 400 Einheiten gesteigert, während der Markt um ein Zehntel geschrumpft sei. Im Gesamtjahr will der Münchner Konzern weiterhin mindestens 800 000 Autos verkaufen nach gut 755 000 Fahrzeugen im vergangenen Jahr. Werksferien seien auch in diesem Sommer wegen der guten Nachfrage nicht geplant.

An der Börse sorgten die Verkaufszahlen entgegen dem allgemeinen Trend für einen leichten Rückgang der BMW-Aktie. Seit die Münchner vor rund drei Monaten die Trennung von ihrer britischen Verlusttochter Rover bekanntgegeben haben und vor allem nach Analystenempfehlungen in den letzten Tagen hat das Papier jedoch um rund ein Fünftel zugelegt. Bis Jahresende wollen die Münchner nach früheren Angaben rund 820 000 Autos bauen. Treibende Kraft sei dabei in erster Linie die 3er-Reihe, von der bis Ende Juni über 262 000 Einheiten oder gut 14 Prozent mehr verkauft worden seien, teilten die Münchner mit. Letztmals nannte BMW auch Verkaufszahlen der Marke Land Rover. Der Absatz der Geländewagen sank um 2,5 Prozent auf knapp 89 000 Fahrzeuge. Vom Geländewagen X5, der langfristig den Verkauf der Marke Land Rover an den US-Konzern Ford kompensieren soll und der zum Jahreswechsel auf den Markt gekommen war, seien über 10 000 Fahrzeuge ausgeliefert worden. BMW wertet das als erfolgreichen Absatzstart.

Auf Wachstumskurs liegt auch die in Berlin angesiedelte Motorrad-Sparte. Mit global 45 600 Zweirädern seien zum Halbjahr gut ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum verkauft worden. Bei der scheidenden Tochter Land Rover, die letztmals im BMW-Zahlenwerk auftaucht, ging der Absatz um 2,5 Prozent auf 88 800 Fahrzeuge zurück. Besser als der Markt schlägt sich BMW nicht nur in Deutschland. In Europa liegt bis Ende Juni Spanien mit einem Absatzplus von fast 30 Prozent auf gut 14 000 Einheiten an der Spitze. Auf der britischen Insel, wo die Wellen im Zuge des Rover-Verkaufs lange hoch schlugen, gingen die Verkaufszahlen jedoch um knapp zwei Prozent zurück. In den USA beträgt der Zuwachs bei fast 89 000 Verkäufen knapp 14 Prozent.

Die insgesamt ungebrochenen Verkaufserfolge der Luxuswagenmarke und der für 2004 geplante Start eines "kleinen BMW" unterhalb der aktuellen 3er-Reihe verstärken in München allerdings auch den Kapazitätsdruck. Anlaufen werde der neue Mittelklassewagen im Werk Regensburg, hatte BMW jüngst erklärt. Bis Mitte 2001 müsse wegen sonst aufkommender Engpässe aber der Standort für eine neue Fabrik entschieden werden. Darum bewerben wollen sich dem Vernehmen nach Fürth und Schweinfurt, aber auch Städte in Ostdeutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Polen. BMW wolle auf alle Fälle einen neuen Standort aufbauen und kein bestehendes Werk erweitern, ergänzte ein Sprecher.

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