Wirtschaft : BMW: Münchner Konzern wächst schneller als der Markt

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BMW will mit neuen Autos auch in diesem Jahr Rekorde erreichen. Trotz der Flaute auf wichtigen Absatzmärkten erwarte er auch 2001 wieder einen Zuwachs bei Gewinn und Absatz, sagte BMW-Chef Joachim Milberg am Dienstag bei der Bilanzvorlage in München. Im ersten Quartal 2001 zeichne sich bei den weltweiten Auslieferungen ein Plus von acht Prozent auf 219 000 Fahrzeuge ab. Im Vorjahr konnten die Münchner die Zahl der verkauften BMW um neun Prozent auf 822 000 Einheiten steigern. Der Marktanteil in Deutschland stieg von 6,1 auf 7,0 Prozent. Konzernweit schrumpfte der Absatz wegen des Verkaufs der Rover-Gruppe dagegen von 1,15 auf 1,03 Millionen Fahrzeuge. Beim Umsatz konnte BMW mit einem knapp dreiprozentigen Plus auf gut 69 Milliarden Mark die Trennung von Rover überkompensieren. Zudem müssen die Münchner nun erstmals keine Rover-Verluste mehr verkraften, die 2000 noch sozusagen zeitanteilig 1,5 Milliarden Mark betragen hatten. Dennoch wurde das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr um die Hälfte auf die neue Rekordmarke von 3,25 Milliarden Mark verbessert.

Insgesamt habe das Rover-Abenteuer BMW acht Milliarden Mark gekostet, sagte Finanzchef Helmut Panke, der diese Summe vor Jahresfrist noch eine Milliarde Mark höher angesetzt hatte. Von den Rover-bedingten Rückstellungen seien noch 2,4 Milliarden Mark nicht verbraucht. Darin sei auch ein nicht bezifferter "Vorsichtsposten" enthalten, der eventuell wieder aufgelöst werden könne. Operativ habe schon das Vorjahr mit einer vor Steuern von 3,2 auf 4,7 Prozent gestiegenen Umsatzrendite gezeigt, dass die Neuausrichtung von BMW gelungen sei, sagte Milberg. Das Massensegment und Größe allein seien für BMW kein Ziel mehr. Vielmehr profitiere man künftig von der Konzentration auf Luxusautos, weil dieses Segment binnen zehn Jahren um etwa die Hälfte und damit doppelt so schnell wie der Massenmarkt wachsen werde.

Für 2001 ruhen die Hoffnungen Milbergs vor allem auf neuen Modellen des 3er Compact und des Flaggschiffs 7er-Reihe, sowie des Kleinwagens Mini und des Geländewagens X5. Für die weitere Zukunft baut er auf den kleinen 1er-BMW, der 2004 auf den Markt kommen soll, ein großes 6er-Coupé, ein für 2003 vorgesehenes neues Rolls-Royce-Modell und einen Ausbau der Geländewagensparte. Dazu ist ein unterhalb des X5 angesiedeltes Modell vorgesehen, das in Kooperation mit der österreichischen Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik (SFT) in Steyr gebaut werden könnte, sagte Milberg. Wo die geplante BMW-Fabrik entstehen soll, will er noch vor August bekanntgeben. Europaweit seien noch zwölf Standorte in der Auswahl, wobei vieles für Nordbayern spricht. Für die neue BMW-Fabrik sei eine Kapazität von jährlich 150 000 bis 180 000 Fahrzeugen sinnvoll, sagte Milberg. Zudem erwägt BMW ein Montagewerk in China. Im Konzern arbeiteten Ende 2000 mehr als 93 000 Personen, 2300 mehr als im Vorjahr.

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