Wirtschaft : BMW rast zurück in die Zukunft

WOLF PAMPEL (dpa)

Die Münchener setzen auf PSVON WOLF PAMPEL (dpa)

FRANKFURT (MAIN).Mit dem Einstieg in die Formel Eins will BMW das Image wieder aufpolieren.Von Audi bei den Zulassungszahlen hierzulande überholt und von Mercedes mit fortschrittlichem Design bedrängt, setzen die Münchener offensichtlich auf alte Tugenden."Dynamik und Sportlichkeit" soll die Marke BMW wieder etwas stärker aus dem Konzernverbund mit Rover, Land Rover und Mini herausstellen, begründete der sportliche Leiter Karl-Heinz Kalbfell die Entscheidung des Vorstands.Da weder Motor noch Rennauto des Partners Frank Williams für den Start im Jahre 2000 parat sind, mußte der Weltmeister von 1983, Nelson Piquet, im 15 Jahre alten Brabham-BMW am Montag abend in Frankfurt für die Pressefotografen herhalten. Auf der Präsentation der BMW-Neuheiten zur IAA stand pure Kraft im Vordergrund: Power und Leistung waren die meistgenannten Eigenschaften, "die leistungsstärkste Limousine der Welt" durfte da nicht fehlen.Für den M 5 wurde eigens ein 400 PS-Motor mit acht Zylindern entwickelt, der die "beste Sportlimousine der Welt" in 5,5 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigt.Damit knüpft BMW stark an das Rennsportimage der 80er Jahre an.Für weniger stark motorisierte Autofahrer ist damit allerdings auch das Klischee von Lichthupe und Drängeln verbunden.Nach eine Umfrage zur Aggression auf den Straßen bei 1600 Autofahrern urteilt etwa die Kölner Gesellschaft für wirtschaftspsychologische Forschung: "Das typische Fahrzeug des nach Nervenkitzel, Bewunderung und Entspannung suchenden Auto-Liebhabers ist ohne Zweifel der BMW." Aber mit diesem Image leben die Münchener gerne. Mit sparsamem Benzinverbrauch, Schonung von Umwelt und Ressourcen, passiver Fahrweise oder Lösungen für den häufig kollabierenden Stadtverkehr wirbt BMW in Frankfurt nicht.Statt dessen wurde mit dem "M coupe" ein "kraftstrotzender Sportwagen in der direktesten Bedeutung des Wortes" auf die Schaubühne gefahren.Das zentrale Leistungskriterium dieses "ebenso exklusiven wie individuellen Automobils": die 321 Pferdestärken.Wo die ausgefahren werden können, ist ungewiß.Im Großraum Frankfurt jedenfalls wird in den kommenden zehn Tagen während der größten Autoschau das Schrittempo häufiger vorkommen, als das Limit von Tempo 50 erreicht wird. Hunderttausende Besucher dürften sich in den IAA-Hallen für die kleine stadtgeeignete A-Klasse von Mercedes oder das neue Konzeptauto "Smart" interessieren.In dieser Kategorie hat die Marke BMW noch keine Neuheit zu präsentieren.Den Kleinwagenmarkt will der Münchener Konzern mit Modellen der britischen Tochter Rover bedienen, die in Deutschland bisher aber nur Nischenanbieter ist.Ein Nachfolgemodell des legendären Mini Cooper wurde in Frankfurt zwar vorgestellt.Den Prototyp durften aber nur die Pressevertreter sehen.Die Produktion in England beginnt erst zusammen mit der Formel Eins-Rückkehr im Jahr 2000.

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