Wirtschaft : BMW Rolls-Royce vertröstet Investoren

BERLIN (olm).Die Rechnung des Konzerns war eine andere.In den internen Planungen hatten die BMW-Vorstände in München ihrem 1990 gegründeten Tochterunternehmen mit Standorten in Oberursel sowie im brandenburgischen Dahlewitz - der BMW Rolls-Royce GmbH - bereits im Jahr 2000 die Gewinnschwelle verordnet.Auch der nun vollzogene Umzug der Geschäftsführung und weiterer 60 Mitarbeiter nach Brandenburg ändert nichts an den Tatsachen.Aktionäre wie die mit 50,5 Prozent an dem Triebwerkhersteller beteiligte bayerische Mutter müssen sich gedulden.Wie Geschäftsführer Klaus Nittinger zur Eröffnung der neuen Zentrale am Dienstag abend in Dahlewitz sagte, sei mit Gewinnabführungen erst in der nächsten Dekade zu rechnen, die sich bis in das Jahr 2005 erstreckt.

Die angemahnte Eile von Anlegern und Investoren ist bei den langen Geschäftszyklen verständlich.Schließlich hat der Auftragsbestand eine Größenordnung von über 2,5 Mrd.DM erreicht.Darüber hinaus drücken die Kosten für Sachinvestitionen und technische Vorleistungen, die sich abzüglich der 90 Mill.DM Fördermittel inzwischen auf rund zwei Mrd.DM belaufen.Den in der Entwicklungs- und Aufbauphase des Unternehmens bis zu 700 Ingenieuren ist allerdings auch Beachtliches gelungen.Die 1996 in einer kleineren Version und 1998 als schubstärkere Ausführung zugelassenen Produkte der sogenannten BR 700-Familie sind die ersten deutschen zivilen Strahltriebwerke mit einer internationalen Zertifizierung in Europa und den USA.Einen Durchbruch am Markt verspricht sich Klaus Nittinger vor allem vom Einsatz des umweltfreundlichen Motortyps "BR 715", der seit September als Antrieb für die Boeing "717/200", einem einhundertsitzigen Passagierflugzeug, ausprobiert wird.In zwei Jahren möchte Klaus Nittinger den jährlichen Durchlauf der rund 2,5 Mill.Dollar teuren Triebwerke, die in Dahlewitz entwickelt, getestet und montiert werden (Oberursel bleibt Produktionsstandort) von jetzt 120 auf 250 Stück erhöhen.Der Umsatz soll mittelfristig von 500 Mill.DM in 1997 auf über eine Mrd.DM steigen.

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