Wirtschaft : BMW startet Modelloffensive

Automobilkonzern will das Rekordergebnis des Vorjahres wiederholen / Der Mini kommt groß raus

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München (nad). Der Münchner Automobilkonzern BMW will in diesem Jahr trotz der IrakKrise und der weltweiten Flaute auf dem Automobilmarkt sein Rekordergebnis des Vorjahres wieder erreichen. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf eine Modelloffensive und auf die weitere Erschließung der asiatischen Märkte. Die BMW-Aktie legte am Mittwoch deutlich stärker als der Markt um 5,3 Prozent auf 26,30 Euro zu.

„Eine konkrete Prognose der Geschäftsentwicklung ist zu Beginn des Jahres 2003 vor dem Hintergrund der angespannten weltpolitischen Lage kaum möglich“, sagte Vorstandschef Helmut Panke bei der Vorlage der Bilanz in München. Wegen der Einführung zahlreicher neuer Modelle müsse BMW in diesem Jahr zudem außerordentliche Vorleistungen erbringen. „Dennoch streben wir an, auf Konzernebene das Ergebnis des Jahres 2002 zu erreichen, und damit in dieser Phase des Übergangs in eine neue Größenordnung unsere Leistungsfähigkeit abermals unter Beweis zu stellen“, sagte Panke. Das gelte sowohl für das operative Ergebnis als auch für den Nettogewinn.

Der Konzern rechnet laut Panke weiterhin damit, bei seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls Royce in diesem Jahr wieder Absatzsteigerungen in Rekordhöhe erreichen zu können. Dies stehe jedoch unter der Voraussetzung, dass die Irak-Krise in einem „überschaubaren Zeitraum“ gelöst werden könne. Durch den zuletzt gegenüber dem Dollar stark gestiegenen Euro sieht sich der Konzern dagegen kaum beeinträchtigt. „Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir so gut wie keine Ergebnisbelastungen auf Grund von Wechselkursänderungen“, sagte Finanzvorstand Stefan Krause.

2002 hat BMW zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. Das Ergebnis vor Steuern von rund 3,3 Milliarden Euro war das höchste der Firmengeschichte; der Jahresüberschuss legte um acht Prozent zu und durchbrach erstmals die Zwei-Milliarden- Euro-Marke. Der Umsatz stieg um knapp zehn Prozent auf 42,3 Milliarden Euro. Der Absatz der Marken BMW und Mini legte um 16,7 Prozent zu, so dass der Konzern erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufte.

In das laufende Jahr startet der Konzern dagegen mit gedrosseltem Tempo. Der Absatz bei der Kernmarke BMW werde im ersten Quartal voraussichtlich um rund acht Prozent auf 215000 Fahrzeuge zurückgehen, sagte Konzernchef Panke. Positiv entwickelte sich dagegen der Verkauf des Mini mit 45000 Einheiten. Damit konnte die Schwäche der Kernmarke aufgefangen werden. „Wir rechnen im ersten Quartal mit rund 260000 verkauften Automobilen“, sagte Panke. Er begründete die Kaufzurückhaltung bei BMW mit dem anstehenden Modellwechsel. „Die BMW Group wird 2003 so viele neue Produkte vorstellen wie noch nie zuvor.“

Bereits im Januar brachte BMW den neuen Rolls Royce Phantom auf den Markt. Bei der Marke Mini soll in diesem Jahr in Europa eine Variante mit Dieselmotor eingeführt werden. Bei der Marke BMW kommen 2003 eine ganze Reihe neuer Modelle: der 5er und drei aktualisierte Varianten des 3er. Außerdem wird in Europa und Asien der Roadster Z4 eingeführt, der bisher nur in Nordamerika erhältlich ist. Zum Jahresende sollen mit dem Geländewagen X3 und dem 6er Coupé zwei weitere neue Modellreihen vorgestellt werden. Im Jahr 2004 startet dann unter anderem das 6er Cabrio und in der Golfklasse die neue 1er-Reihe.

Neuheiten sollen für Dynamik sorgen

„Die neuen Modelle werden ab der Jahresmitte bei BMW wieder für Wachstumsdynamik sorgen“, sagte Panke. Er rechne für diesen Zeitraum mit einer Sonderkonjunktur. Die Modelloffensive hat sich der Konzern einiges kosten lassen: Die Investitionen seien allein 2002 um 15 Prozent auf vier Milliarden Euro gestiegen, sagte Finanzvorstand Krause. Zum Investitionsvolumen für 2003 wollte er keine Angaben machen.

Einen Schub erhofft man sich auch von der Expansion nach Asien. Hier setzte BMW 2003 ein Drittel mehr ab. Gebremst werde BMW von der Diskussion um die Dienstwagensteuer. „Wir sehen, dass sich unsere Großkunden zurückhalten und entweder gar nicht kaufen oder an der Ausstattung sparen“, sagte Vertriebschef Michael Ganal.

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