• BMW und Audi sind in den USA beliebt Autosalon in Genf: Opel stellt sich auf langfristige Sanierung ein/General Motors fällt zurück

Wirtschaft : BMW und Audi sind in den USA beliebt Autosalon in Genf: Opel stellt sich auf langfristige Sanierung ein/General Motors fällt zurück

-

Genf/New York Die deutschen Autohersteller sind mit unterschiedlichen Erwartungen zum diesjährigen Auto-Salon (3. bis 13. März) nach Genf gekommen. Während Premium-Hersteller wie BMW und Audi bei der Messe ihre Wachstumspläne erläuterten, stellt sich Opel auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. „Wir werden eine Erholung sehen, es wird aber nicht so sein, dass wir mit Hurra eine komplette Gesundung verkünden können“, sagte Opel-Vorstandschef Hans Demant am Mittwoch in Genf. Auch auf dem wichtigen US-Markt schnitten die deutschen Autobauer im Februar sehr unterschiedlich ab. Einig sind sie sich immerhin darin, dass der Kostendruck angesichts des harten Wettbewerbs und Risiken wie Rohstoffpreis-Entwicklung und Dollarschwäche erhalten bleibt.

Mit neuen Rabattschlachten und hohen Treibstoffpreisen erwiesen sich die Bedingungen in den USA im Februar als schwierig. Während die deutschen Anbieter BMW (inklusive Mini plus zehn Prozent), Porsche (plus acht Prozent) und Audi (plus 15,7 Prozent) zulegen konnten, mussten Mercedes-Benz (minus 16,5 Prozent) und VW (minus 12,7 Prozent) deutliche Rückschläge einstecken. Auch der weltgrößte Autokonzern General Motors, der mitten in der Sanierung seiner europäischen Töchter Opel und Saab steckt, erlitt ein Absatzminus von 12,4 Prozent auf 309375 Autos. Ford (minus 2,9 Prozent) und GM reduzierten ihre Produktionspläne für das erste und zweite Quartal. Die Chrysler Group konnte ihre Verkäufe im Februar um acht Prozent erhöhen.

Für Opel-Chef Demant haben die ersten beiden Monate des Jahres gezeigt, dass vom deutschen Automarkt nur wenig Rückenwind zu erhoffen ist. „Wir sind im Moment, was unsere Produkte angeht, vorsichtig optimistisch, den Markt sehen wir eher konservativ.“ Sowohl durch die Sanierungsbemühungen als auch durch neue Modelle und Verbesserungen bei der Qualität habe Opel an Konkurrenzfähigkeit gewonnen. Auch künftig werde Opel Möglichkeiten prüfen, um flexibel auf die sich rasch ändernden Märkte reagieren zu können, erklärte Demant. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren schmerzlich gelernt, dass man nicht nur in der Hoffnung auf eine Marktbelebung leben könne. „Ich glaube nicht, dass wir in dem heutigen Geschäftsumfeld sagen können, dass wir irgendwann an einem Ende angekommen sind. Das ist eher ein Marathon, der aus einer ganzen Reihe von Einzelsprints besteht“, sagte Demant in Genf.

Auch BMW spürt trotz seiner guten Geschäftsentwicklung einen weltweit wachsenden Kostendruck. Um dem zu begegnen, setze man aber bereits seit Jahren auf Steigerungen bei Effizienz und Leistung sowie auf Innovationen statt auf Lohnkosten-Senkungen, sagte BMW- Personalvorstand Ernst Baumann. „Wir können dem Mitarbeiter in die Tasche fassen, oder den Mitarbeiter dazu bringen, seine Leistung zu steigern.“ Dabei gelte es zugleich, tarifrechtliche Regelungen beispielsweise über flexible Arbeitszeitmodelle voll auszuschöpfen. „Diese Flexibilität darf nichts mehr kosten“, sagte Baumann.

Nach der Ergebnisverbesserung 2004 hat sich Ford für das Europageschäft in diesem Jahr bescheidene Ziele gesetzt. Nach Gewinnen von 114 Millionen Euro im vergangenen Jahr erwartet das Unternehmen 2005 maximal ein Plus von 200 Millionen Euro, sagte Ford-Europa-Chef Lewis Booth in Genf. Zum Jahresstart hat Ford leicht Marktanteile in Europa verloren, und dass, obwohl der Bestseller Focus erst wenige Monate im Markt ist. Booth macht für die Ergebnisstagnation in diesem Jahr vor allem den „dramatischen Druck auf die Preise und steigende Rohstoffkosten“ verantwortlich. Zusätzlich drängten neue Kapazitäten in den Markt, sagte Booth mit Blick auf die im vergangenen Jahr eröffnete Fabrik von Toyota und Peugeot-Citroen in Tschechien. Dort wollen die beiden Unternehmen zusammen rund 300000 Kleinwagen im Jahr produzieren. dpa/hof/HB

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben