Wirtschaft : BMW und Sixt starten in Berlin

Carsharing-Angebot ab Oktober mit 250 Autos

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Chip und los. Registrierte Drive-Now-Kunden erkennen ihr Auto am Logo.
Chip und los. Registrierte Drive-Now-Kunden erkennen ihr Auto am Logo.Foto: promo

Berlin - BMW und Sixt starten ihr gemeinsames Carsharing-Unternehmen in Berlin. 250 Fahrzeuge sollen zunächst vom 29. September an im Stadtgebiet innerhalb des S-Bahn-Rings zur Verfügung stehen. 2012 sollen es dann 500 sein.

Anders als bei einer herkömmlichen Autovermietung oder Carsharingfirma gibt es keine festen Mietstationen. Die Fahrzeuge verteilen sich über das Stadtgebiet und können nach Gebrauch am Ankunftsort stehen gelassen werden. Registrierte Kunden, die einmalig 29 Euro für die Anmeldung zahlen, können die Autos, die mit einem Logo gekennzeichnet sind, mit einem Chip, der auf den Führerschein geklebt wird, öffnen und nutzen. Die Mietgebühr beträgt 29 Cent pro Minute. Der maximale Stundenpreis liegt bei 17,40 Euro. Darin enthalten sind Benzin, das Parken in erlaubten Zonen sowie Vollkasko und Haftpflichtversicherung. Wer die Fahrt unterbricht, das Auto aber weiter nutzen will, zahlt 10 Cent pro Minute während der Parkzeit.

Daimler hat bereits mit einem ähnlichen Modell (Car2Go) seit 2008 gute Erfahrungen in mehreren Städten gesammelt. Nach dem Start in Ulm ging Daimlers Kleinwagentochter Smart zuletzt zusammen mit dem Vermieter Europcar in Hamburg an den Start. Auch in Austin/Texas und in Vancouver ist Car2Go aktiv.

Drive-Now, das Joint-Venture von BMW und Sixt, war Anfang Juni in München gestartet. Hier zählt das Unternehmen inzwischen rund 4500 registrierte Mitglieder. Geplant ist, 2012 mit einem ähnlichen Angebot in London zu starten. Die Fahrzeugflotte besteht aus 1er-BMW und Minis, dies soll auch in Berlin so sein. Abhängig von der Nachfrage können aber auch andere Modelle aufgenommen werden. Künftig sollen auch Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen.

Verkehrsforscher sehen in den neuen Carsharing-Modellen eine Zukunftsperspektive für den individuellen Stadtverkehr. Teilen statt besitzen, lautet das Motto. Wer in der Stadt wohnt und mit dem Auto unterwegs ist, fährt im Durchschnitt weniger als 100 Kilometer pro Tag. Außerdem wird das Auto täglich in der Regel 22 Stunden lang geparkt. Für die Kurzstrecke ist ein eigenes Fahrzeug also nicht unbedingt nötig.

Auch für die Elektromobilität tun sich angesichts der kurzen Durchschnittsstrecken Chancen auf, weil batteriebetriebene Fahrzeuge eine begrenzte Reichweite haben. BMW testet seit 2009 in Berlin 500 Elektro-Minis. Daimler ist mit elektrischen Smarts in der Hauptstadt am Start. Henrik Mortsiefer

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