Wirtschaft : BMW und VW kennen keine Krise

Deutsche Autohersteller profitieren von der anhaltend hohen Nachfrage in Asien – doch das Wachstum verlangsamt sich.

München/Wolfsburg - Ungeachtet des Absatzeinbruchs in Westeuropa haben die deutschen Premiumhersteller im September erneut Bestwerte beim Autoverkauf eingefahren und befinden sich auf dem Weg zu einem neuen Rekordjahr. Auch die Marke Volkswagen konnte sich steigern, allerdings mit gebremster Kraft. Zählen können die Autohersteller dabei weiterhin auf Asien und insbesondere China. In Südeuropa sieht es dagegen finster aus.

Am Dienstag veröffentlichten BMW und Volkswagen ihre Verkäufe im September. Der Münchner Hersteller verkaufte mit 177 716 Fahrzeugen 11,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Es waren die besten Verkaufszahlen, die BMW je in einem September erreichte. Bei der Marke Volkswagen stiegen die Verkäufe im September auf Jahressicht um 4,3 Prozent auf 492 500 Einheiten, wie VW mitteilte. Von Januar bis September knackten die Wolfsburger mit 4,21 Millionen verkauften Pkw erstmals die Vier-Millionen-Marke in dem Zeitraum.

Auch Daimler und Audi konnte die schwache Nachfrage in Südeuropa bislang wenig anhaben. Die beiden Hersteller hatten ihre Zahlen bereits in den vergangenen Tagen vorgelegt. Mercedes- Benz übertraf mit 123 358 ausgelieferten Fahrzeugen im vergangenen Monat den Rekord aus dem Vorjahresmonat um zwei Prozent. Audi lieferte weltweit etwa 136 600 Pkw aus (plus 13,6 Prozent).

BMW konnte vor allem in Asien kräftig zulegen. In der Region stieg der Absatz im September deutlich um 40 Prozent auf 45 781 Fahrzeuge, in China betrug das Wachstum sogar 59,4 Prozent. Auch auf dem Heimatmarkt Deutschland wuchs die Gruppe um fast zehn Prozent.

Für die anderen Marken ist das Wachstum in China, dem zweitgrößten Automarkt der Welt, dagegen gebremst. Audi blieb in China mit einem Zuwachs von 20 Prozent hinter seinem bisherigen Jahresmittel von 31 Prozent. Eine Unternehmenssprecherin sagte, der Automarkt in China normalisiere sich langsam etwas.

Mercedes-Benz erhöhte seine Verkäufe in der Volksrepublik im vergangenen Monat zwar um zehn Prozent, kommt aber von einem weitaus niedrigeren Niveau als die Konkurrenz. Bei den Stuttgartern und bei VW waren die Verkäufe auf dem Heimatmarkt Deutschland sogar rückläufig, Audi konnte immerhin eine Steigerung von 3,5 Prozent verbuchen. dapd

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