Wirtschaft : BMW will in Asien Mercedes vom Thron stoßen

Autokonzern peilt dieses Jahr Rekordabsatz in Fernost an/Export von Wagen in die Region von Thailand aus geplant

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Bangkok (dp/HB). Der Kampf um die Marktführerschaft bei den Luxusautos im attraktiven Zukunftsmarkt Asien hat sich seit Jahren zu einem Duell der deutschen Autobauer verdichtet: BMW gegen Mercedes Benz. Nun will die BMW-Gruppe im Luxusmarkensegment den Konkurrenten Daimler-Chrysler vom Thron stoßen. Anzeichen dafür sieht der für Asien zuständige BMW-Vertriebschef Lüder Paysen: „Im ersten Halbjahr 2002 stieg der BMW-Marktanteil im Luxussegment von 18 Prozent auf 26 Prozent, obwohl das Segment selbst um 18 Prozent schrumpfte.“ 2001 verkaufte BMW in Asien 19,7 Prozent aller Luxuskarossen.

„In Korea, Thailand und den Philippinen sind wir an die Spitze der Premium-Autohersteller aufgestiegen“, sagte Paysen in Bangkok. Zweistelliges Absatzwachstum habe man in China, Malaysia, Vietnam, Taiwan, Korea, Philippinen, Thailand und „sogar im reifen Markt“, Japan, erzielt. Besonders die neue 7er Reihe verkaufe sich sehr gut. Zwar hielten sich Paysen und BMW-Produktionsvorstand Nobert Reithofer mit konkreten Absatzprognosen zurück. Paysen sagte aber, dass im laufenden Jahr mit knapp 70000 (2001: 61576) verkauften Einheiten ein neuer Rekordabsatz erzielt werden könnte.

Reithofer sieht darin eine Bestätigung der langfristigen Asienstrategie der BMW-Gruppe. Einen Eckpfeiler der Strategie ist die Fertigungsstätte in Thailand, dem derzeit noch einzigen eigenen Produktionsstandort in Asien. Zur Zeit wird für 15 Millionen Euro die Montagekapazität auf 6000 Einheiten verdoppelt. Seit Beginn der Produktion im Jahr 1999 hat BMW dann insgesamt 40 Millionen Euro in seine Fabrik in Rayong investiert. Anfang 2003 soll hier die Montage der neuen 7er-Modelle anlaufen. Die 5er Reihe montiert ein thailändischer Partner.

Noch im ersten Quartal 2003 will BMW erstmals auch mit dem Export von Thailand aus in die Region starten. Zielmärkte sind zunächst die Philippinen, Indonesien und das Ölsultanat Brunei. Außer in Thailand will BMW in Asien nur noch in China eine eigene Produktion aufbauen. Reithofer zeigte sich zuversichtlich, dass im Herbst 2003 im Joint Venture mit dem chinesischen Autohersteller Brilliance die 3er Reihe und zum Jahreswechsel 2003/04 die 5er Reihe montiert wird. Denn sonst könnte das Ziel der Münchener gefährdet sein, bis 2007 den Absatz in Asien zu verdoppeln. Langfristig will BMW ein Viertel des Konzernumsatzes in Asien erzielen.

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