Wirtschaft : BMW zahlt 1060 Euro Prämie Erste Sonderzahlung nach zwei Jahren

München - BMW belohnt seine Mitarbeiter mit einer Sonderzahlung. Das gab der Autokonzern am Freitag auf einer Betriebsversammlung bekannt. Die einmalige Sonderzahlung wird nach Tarifgruppen gestaffelt und beträgt im Schnitt 1060 Euro pro Mitarbeiter. Die Prämie wird mit dem Juli-Gehalt ausgezahlt – eine Art Weihnachtsgeld im Sommer also. Die Aktion dürfte BMW einen hohen zweistelligen Millionenbetrag kosten, bei rund 71 000 Stammmitarbeitern ist mit rund 75 Millionen Euro zu rechnen. Profitieren werden allerdings nur die Festangestellten: Die Leiharbeiter an den Produktionsbändern gehen leer aus.

Die Krise scheint für den Münchner Autobauer überstanden zu sein. Zwar hatte Konzernchef Norbert Reithofer auf der Hauptversammlung im April noch jegliche Hoffnungen auf eine Besserung zu zerstreuen versucht und auf die hohen Risiken hingewiesen, die weltweit noch lauern. Vergangene Woche jedoch legte der Konzern positive Zahlen vor. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres hatte BMW seinen Absatz um 13 Prozent steigern können. Mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge will man im Jahr 2010 verkaufen, das entspräche einem Zuwachs von rund zehn Prozent. Im Krisenjahr 2009 war der Absatz um elf Prozent eingebrochen, und das, obwohl die Bundesregierung mit der Abwrackprämie die Nachfrage zu stützen versuchte. Wegen der Krise zahlte BMW zwei Jahre hintereinander keine Boni, ab September 2008 schickte der Konzern rund 25 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Für diese Belastungen möchte BMW seine Angestellten nun belohnen. „Die jetzt beschlossene Sonderzahlung ist mehr als nur eine symbolische Anerkennung dafür“, sagte Manfred Schoch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der BMW AG. Den Angestellten sei viel abverlangt worden, Kurzarbeit, Kosteneinsparungen und eine gleichzeitige Erhöhung der Produktionsziele erforderten Durchhaltewillen und eine hohe Flexibilität der Arbeitnehmer, sagte ein Konzernsprecher. „Sie alle haben in den vergangenen Monaten viel geleistet“, lobte Vorstandschef Reithofer. mob

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