Wirtschaft : Bochum hofft auf hohe Abfindungen Nokia sagt Hilfe zu Ersatzjobs für Mitarbeiter

Berlin – Die Nokia-Konzernführung hat den Bochumer Betriebsräten großzügige Abfindungen und zum Teil Ersatzarbeitsplätze angeboten. Am Dienstag hatte eine Delegation von drei Betriebsräten in Finnland aus erster Hand erfahren, dass die Schließung des Bochumer Werks beschlossene Sache ist. Der weltweit größte Handyhersteller richtet rund um ein neues Werk in Rumänien einen Industriepark mit seinen wichtigsten Lieferanten ein, was in Bochum nicht möglich gewesen wäre. Den rund 2300 betroffenen Mitarbeitern in Bochum will das Unternehmen den Abschied mit Geld erleichtern. Nächste Woche beginnen Verhandlungen über einen Interessenausgleich zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Dabei wird es vor allem darum gehen, ob und mit wem einzelne Bereiche des Werks fortgeführt werden können; Nokia will bei der Suche nach Investoren für den Standort behilflich sein.

Im Anschluss an den Interessenausgleich gibt es dann Verhandlungen über einen Sozialplan. Darin werden die Höhe der Abfindungen festgelegt und die Modalitäten für eine Transfergesellschaft, in der für eine Übergangszeit die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter weiter beschäftigt werden.

Die Bochumer Arbeitsagentur bestätigte am Mittwoch Berichte, wonach es Interesse anderer Firmen an Nokia-Beschäftigten gebe. Rund zwölf Unternehmen aus der ganzen Bundesrepublik hätten sich bisher bei der Agentur gemeldet. Die Agentur selbst hat aber noch keine Vermittlungsbemühungen begonnen, da es bislang Hoffnung auf eine Rettung des Werks gab. In der Summe bezifferte Agentursprecherin Susanne Pils die Anfragen anderer Arbeitgeber auf 300. Vor allem die gut Qualifizierten haben bei der aktuellen Arbeitsmarktlage Chancen auf eine Anschlussbeschäftigung. In Bochum sank die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres um fast zwei Prozentpunkte auf zuletzt 10,7 Prozent.

NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben sagte am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag, die Landesregierung hoffe auf einen Fortbestand der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Nokia in Bochum. Unter anderem damit werde sich eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Unternehmen beschäftigen, die vor zwei Wochen in einem Gespräch mit der Nokia-Konzernführung verabredet worden war und die am Freitag erstmals zusammen tritt. alf

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