Wirtschaft : Boeing: Neuer Großraumjet - Die Amerikaner sind damit wieder an Airbus vorbeigezogen

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Im transatlantischen Wettbewerb der Flugzeuggiganten hat der Boeing-Konzern wieder die Nase vorn. Im vergangenen Jahr hatte die Airbus Industrie mit 476 Verkäufen (Boeing 391 Verkäufe) erstmals die Spitzenposition erkämpft. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sind die Amerikaner trotz eines 40-tägigen Streiks mit 322 Aufträgen und 242 ausgelieferten Flugzeugen deutlich vorbeigezogen. Die Europäer brachten es hingegen nur auf 235 Bestellungen und 145 abgelieferte Maschinen.

Mit dem Selbstbewusstsein des Weltmarktführers präsentierte Boeing am Donnerstag in Hannover seinen neuesten Großraum-Jet. Die 767-400 soll dem Airbus A 330 Konkurrenz machen. Im August wird die erste Maschine an die US-Fluglinie Delta ausgeliefert. Auf einer Welttournee wird das Modell gegenwärtig potentiellen Kunden präsentiert.

Ende dieses Monats wird die 767-400 auf der Internationalen Luftfahrtshow im britischen Farnborough vorgestellt. Nachdem Boeing der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin ferngeblieben und auch Airbus nur mäßige Präsenz gezeigt hatte, kommt es auf der englischen Konkurrenzmesse zum direkten Schlagabtausch der Giganten. So sind die Europäer gleich mit vier Maschinen vertreten. Indessen wollen die Amerikaner auch beim künftigen Super-Jumbo mit über 500 Sitzen im Geschäft bleiben. Hatten sie in der Vergangenheit den Bedarf für einen solchen Großraum-Jet angezweifelt, denkt man jetzt wieder ernsthaft über die 747 X nach.

Ende Juni dieses wurden potentielle Kunden zu einem Symposium an den Boeing-Firmensitz nach Seattle gebeten, nur wenige Tage, nachdem Airbus den kommerziellen Startschuss für den A 3XX gegeben hatte, der bei entsprechenden Aufträgen im Jahre 2005 zum Einsatz kommen könnte. Und während sich die Entwicklung des neuen europäischen Militärtransporters A 400 M zögerlich gestaltet, versuchen die Amerikaner ihre C-17 massiv auch diesseits des Atlantiks zu platzieren. Die britische Luftwaffe hat bereits vier der Jets geleast.

In der Tatsache, dass sich die Briten beim Training der Piloten und der Wartung der Flugzeuge der Ressourcen der US Air Force bedient, sehen Kritiker eine versteckte Regierungssubvention, die einen neuen transatlantischen Handelsstreit heraufbeschwören könnte.

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