Börse am Abend : Dax auf höchstem Stand seit Februar 2001

Positive US-Konjunkturdaten sowie der Verfall von Aktien- und Index-Optionen haben dem Dax am Freitag den höchsten Stand seit sechs Jahren beschert.

Frankfurt/Main - Das deutsche Börsenbarometer übersprang am Nachmittag erneut die 6700-Punkte-Marke und stieg bis auf 6754,55 Punkte - so hoch wie zuletzt im Februar 2001.

Mit plus 0,86 Prozent auf 6747,17 Punkten ging der Dax aus dem Handel. Im Wochenverlauf markierte er damit ein Plus von 0,7 Prozent. Der M-Dax rückte um 1,09 Prozent auf 9653,99 Zähler vor, der TecDax sank hingegen um 0,26 Prozent auf 791,18 Zähler. In den USA hat sich das Konsumklima nach Angaben der Universität von Michigan im Januar deutlich stärker als erwartet aufgehellt.

"Die Konjunkturdaten aus den USA haben nur eine untergeordnete Rolle für den kräftigen Anstieg im Dax gespielt. Das sieht man auch daran, dass die US-Börsen auf die Daten zum Verbrauchervertrauen kaum reagiert haben", sagte ein Händler in Frankfurt. "Eindeutig ist der Dax vom kleinen Verfallstermin an der Derivatebörse Eurex getrieben worden und die 6700 Punkte waren hier eine entscheidende Marke", sagte er. An diesem Freitag sind europaweit unter anderem Optionen auf Aktien und Aktienindizes verfallen.

Schwache IBM-Jahreszahlen drücken auf Technologiewerte

Nachdem die Infineon-Aktien bereits am Donnerstag mehr als zwei Prozent eingebüßt hatten, gaben sie erneut nach. Diesmal waren es die schwachen Jahreszahlen des US-Computerkonzerns IBM, die den Technologiewerten zusetzten. Infineon gaben am Dax-Ende 2,07 Prozent auf 10,86 Euro nach. SAP sanken um 0,60 Prozent auf 37,83 Euro, Epcos fielen im TecDax um 0,86 Prozent auf 13,79 Euro.

Ein neues Rekordhoch bei 164,69 Euro markierten die Aktien der Deutschen Börse. Mit plus 5,02 Prozent auf 164,30 Euro gingen sie an der Dax-Spitze aus dem Handel. Informierten Kreisen zufolge erwägt der Frankfurter Marktbetreiber einen Konzernumbau, indem er die Management-Strukturen neu organisieren will. Zudem soll angeblich der Hedgefonds TCI, der bereits mehr als 10 Prozent an der Deutschen Börse hält, seine Beteiligung weiter aufgestockt haben. Gerüchte darüber kursieren am Markt, nachdem TCI seit dem 9. Januar sukzessive seinen Anteil an der Konkurrenzbörse Euronext reduziert hat. In dieser Zeit ist der Aktienkurs der Deutschen Börse um rund 16 Prozent gestiegen.

Unglaubwürdige Gerüchte

Ebenfalls sehr fest waren die Titel der Commerzbank, die um 4,48 Prozent auf 32,89 Euro zulegten. Händler verwiesen auf ihres Erachtens "unglaubwürdige Gerüchte" aus London, wonach die US-Bank Merrill Lynch in der kommenden Woche 38 Euro je Commerzbank-Aktie bieten wolle. Auch Daimler-Chrysler profitierte von Gerüchten und stiegen um 3,87 Prozent auf 48,82 Euro. Angeblich kaufe Renault Nissan-Anteile, hieß es am Markt. Auch dies wurde als "kaum wahrscheinlich" beurteilt.

Thyssen-Krupp-Papiere sanken trotz positiv beurteilter Zahlen für das erste Geschäftsquartal um 0,58 Prozent auf 36,08 Euro. "Die guten Zahlen nehmen viele Anleger zum Anlass, um Kursgewinne einzustreichen", sagte ein Marktteilnehmer. In der Auseinandersetzung um die Übernahme des kanadischen Stahlkonzerns Dofasco rechnet der deutsche Stahlkonzern zudem erst im April mit Klarheit.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,03 (Vortag: 4,08) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 116,26 Punkte. Der Bund Future sank um 0,07 Prozent auf 115,31 Zähler. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2958 (1,2922) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7717 (0,7739) Euro.


Stand: 19.01.07 (18.00 Uhr)

(tso/dpa)

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