Börse am Abend : Deutscher Aktienmarkt schließt mit Gewinnen

Die meisten deutschen Standardwerte haben am Montag Auftrieb von den freundlichen US-Börsen erhalten und zugelegt.

Frankfurt/Main - Eine erneute Gewinnwarnung der Deutschen Telekom lastete zwar etwas auf dem DAX, dennoch ging der Leitindex mit plus 0,53 Prozent auf 6726,01 Punkte aus dem Handel. Für den MDAX mittelgroßer Werte ging es um 0,68 Prozent auf 9708,37 Zähler nach oben. Der TecDAX rückte um 0,73 Prozent auf 808,80 Punkte vor. "Nachdem die US-Börsen geöffnet hatten, erhielt der deutsche Aktienmarkt nochmals deutliche Impulse nach oben", sagte ein Händler.

Im Fokus habe vor allem die T-Aktie gestanden, die mit 4,02 Prozent Verlust auf 13,60 Euro aus dem Handel ging. Insgesamt waren rund 110 Millionen Papiere gehandelt worden und damit etwa fünf Mal so viel sonst im Durchschnitt. Der scharfe Wettbewerb im deutschen Festnetz und die sinkenden Mobilfunkpreise hatten den Telekomkonzern erneut zu einer Gewinnwarnung veranlasst. Bis zu 1,2 Milliarden Euro weniger als bisher geplant werde das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Jahr ausfallen.

Schlechter Beginn für Klöckner & Co

Gefragt waren hingegen die Titel der Allianz, die um 2,29 Prozent auf 151,17 Euro zulegten. Der Versicherer senkt seine Anteile an der Münchener Rück von derzeit 9,4 Prozent um voraussichtlich 4,5 Prozentpunkte. Außerdem hat er seine Beteiligung an KarstadtQuelle von 7,64 Prozent auf unter fünf Prozent reduziert.

MAN-Papiere wurden von Spekulationen getrieben und stiegen um 2,63 Prozent auf 78,86 Euro. Händler sprachen von Gerüchten, dass Volvo den deutschen Lkw-Hersteller übernehmen und 90 Euro je Aktie bieten wolle. Infineon-Papiere legten um 0,90 Prozent auf 11,19 Euro zu. Der Chiphersteller habe mit dem Nettogewinn die Erwartung übertroffen, sagte ein Analyst. Allerdings sei er beim Umsatz und dem operativen Ergebnis leicht unter den Marktprognosen geblieben.

Die Titel von Klöckner & Co waren an ihrem ersten Handelstag im MDAX die größten Verlierer und gaben um 3,26 Prozent auf 32,30 Euro nach. Das Papier des Werkstoff-Händlers ist an diesem Montag außerplanmäßig für die HypoVereinsbank (HVB) in den Index der mittelgroßen Werte aufgenommen worden. Die UniCredit, die die HVB übernommen hat, hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der Anteil der noch im freien Handel befindlichen HVB-Aktien inzwischen unter fünf Prozent gesunken ist.

Jenoptik besser als erwartet

Im TecDAX rückten die Titel von Jenoptik nach positiven Unternehmensaussagen um 4,38 Prozent auf 8,10 Euro vor. Der Technologie-Konzern übertraf im Geschäftsjahr 2006 die eigene Umsatzprognose und rechnet für das laufende Jahr mit einem weiteren Umsatzwachstum von rund zehn Prozent. Zudem werde die 2006 eingeschlagene Verkaufsstrategie im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt.

Der EuroSTOXX 50 schloss mit einem Aufschlag von 0,43 Prozent auf 4166,83 Punkte. Auch in Paris und London wurden Gewinne verzeichnet. In den USA tendierten die Börsen zum europäischen Handelsschluss gut behauptet.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,11 (Freitag: 4,09) Prozent. Der Rentenindex REX sank um 0,03 Prozent auf 115,91 Punkte. Der Bund Future gab um 0,12 Prozent auf 114,76 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg.


Stand: 29.01.07 (18 Uhr)

(tso/dpa)

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