Börse am Abend : Nur kurz über den 7000 Punkten

Der wichtigste deutsche Börsenindex Dax hat erstmals seit mehr als sechs Jahren wieder die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten geknackt - allerdings nur für wenige Minuten zum Handelsbeginn.

Frankfurt/Main - Im frühen Handel sprang er bis auf 7005,34 Punkte. Zuletzt hatte der Deutsche Aktienindex (Dax) die 7000er-Marke im November 2000 übersprungen.

Nach dem freundlichem Start bröckelten die Kurse dann aber stetig ab. Der Dax schloss am Ende mit minus 0,59 Prozent bei 6941,66 Zählern. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,37 Prozent auf 10162,88 Zähler, der TecDax fiel um 0,68 Prozent auf 856,65 Punkte.

Viele machen Kasse bei 7000 Punkten

Für viele Anleger sei das Erreichen der 7000-Punkte-Marke das Signal für kleinere Gewinnmitnahmen gewesen, sagte Stratege Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Nachdem der Dax seit Jahresbeginn ohne Korrektur mehr als sechs Prozent gewonnen hatte, seien nun insbesondere einige schwer gewichtete Titel wie RWE und Daimler-Chrysler "heiß gelaufen" und besonders anfällig für Gewinnmitnahmen. Am Nachmittag hätten schwache Konjunkturdaten aus den USA den Druck auf Aktien noch erhöht. Zum Handelsende in Europa verzeichneten die wichtigsten US-Indizes Verluste. Die Börsen in Paris und London schlossen etwas schwächer. Der EuroStoxx 50 verlor 0,42 Prozent bei 4232,52 Punkten.

RWE-Aktien gingen nach der Ankündigung eines Führungswechsels mit minus 3,40 Prozent bei 78,35 Euro am Dax-Ende aus dem Handel. Der Stahl-Manager Jürgen Großmann soll ab Februar 2008 Harry Roels als Vorstandsvorsitzenden ablösen. Gleichlautende Medienberichte hatten die Aktie schon zuvor unter Druck gesetzt. Bei der Bestätigung rutschten die Aktien laut Händlern unter eine wichtige technische Unterstützung und dies habe dann weitere Verkäufe ausgelöst.

Gewinnmitnahmen bei Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler verloren 0,85 Prozent auf 53,94 Euro. Die Aktien seien vor allem in der Vorwoche im Kielwasser der Spekulationen um einen möglichen Verkauf der US-Sparte Chrysler kräftig nach oben gesprungen und seien nun ein gutes Beispiel für Gewinnmitnahmen bei Indexschwergewichten, sagte ein Händler. Nach einem Bericht im "Wall Street Journal" seien zudem weder Renault noch Nissan an einem Kauf von Chrysler interessiert.

Tagessieger im Dax waren dagegen die Papiere der Deutschen Börse mit plus 2,77 Prozent auf 167,88 Euro. In einem Interview der "Börse Online" zeigte sich der Finanzvorstand der US-Börse NYSE, Nelson Chai, am deutschen Kassamarkt des Börsenbetreibers interessiert. Zuvor habe bereits die Spekulation auf gute Zahlen die Aktien der Frankfurter angetrieben.

Vossloh der Gewinner im MDax

Im MDax verloren Aareal Bank nach wenig überraschenden Zahlen 3,10 Prozent auf 37,20 Euro. Die Immobilienbank hat nach einer Händlereinschätzungen ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen vorgelegt, allerdings habe das Zinsergebnis enttäuscht. Dagegen gewannen Vossloh an der Indexspitze 5,43 Prozent auf 67,57 Euro. Ein Auftrag von Mitsui Rail Capital Europe (MRCE) über sieben Diesellokomotiven habe dem Papier einen Schub auf ein neues Rekordhoch gegeben.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,05 (Dienstag 4,10) Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,23 Prozent auf 116,35 Punkte. Der Bund Future lag mit plus 0,029 Prozent bei 115,51 Punkten.


Stand: 21.2.07 (19:00 Uhr)

(tso/dpa)

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