Wirtschaft : Börse begrüßt die Spekulationen mit deutlichem Kursanstieg

Der Aktienkurs des Essener Energiekonzerns RWE hat am Montag auf Grund von Übernahmegerüchten zeitweise stark zugelegt. Eine Konzernsprecherin wies jedoch erneut Übernahmespekulationen durch den niederländisch-britischen Öl-Konzern Royal Dutch Shell zurück. RWE bestätigte lediglich Gespräche mit Shell über Kooperationen bei einer Reihe von Tankstellen. Der Kurs der RWE-Aktie lag am Mittag bei 33,10 Euro - ein Plus von gut 4,7 Prozent.

RWE-Konzernchef Dietmar Kuhnt hatte vor rund zwei Wochen einen hohen Börsenwert des Essener Konzerns als Voraussetzung für die Abwehr möglicher Übernahmen genannt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat das RWE-Management in den vergangenen Wochen bereits möglich Übernahmeszenarien durchgespielt. Die Börsenkapitalisierung des RWE-Konzerns ist mit rund 34,9 Milliarden Mark (17,8 Milliarden Euro) relativ niedrig. In den letzten Monaten gehörte RWE zu den vernachlässigten Werten an den deutschen Börsen. Vor einem Jahr war eine RWE-Aktie noch über 47 Euro wert. Vor dem Hintergrund nimmt sich der aktuelle Anstieg eher bescheiden aus.

Zu dem vom Konzern angesichts des drastischen Verfalls der Strompreise angekündigten Maßnahmenpaket zählen Kostensenkungen unter anderem durch die Streichung von insgesamt 12 550 Stellen zusammen mit dem Reviernachbarn VEW. Rund 3200 Stellen sollen davon allein im Rahmen der geplanten Fusion der beiden Unternehmen wegfallen. Daneben hatte der RWE-Chef angekündigt, verstärkt auf Zukunftstechnologien wie die Nutzung des Stromnetzes als Datenautobahn setzen zu wollen.

Unterdessen bestätigten Sprecher des Mineralölkonzerns RWE-DEA und der Deutschen Shell AG in den vergangenen Monaten Gespräche über den Kauf von 120 Tankstellen. Die Verhandlungen seien nicht beendet, werden zur Zeit aber auch nicht fortgesetzt, teilten Sprecher der beiden Konzerne am Montag in Hamburg mit. "Wir haben nach wie vor Interesse, aber die Gespräche ziehen sich bereits seit einigen Monaten hin", sagte eine Sprecherin der RWE-DEA AG für Mineralöl und Chemie. Ein Shell-Sprecher nannte den möglichen Verkauf eine "kleine Sache". Shell optimiere das Netz der Stationen und habe auch in der Vergangenheit bereits Tankstellen getauscht.

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