Börse : Dax steigt wieder

Der Dax kam am Dienstagmittag wieder über die 10000 Punkte und stieg um 4,24 Prozent auf 10057 Punkte. Die chinesischen Börsen hatten ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt und auch den Aktienmarkt in Tokio mit nach unten gerissen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht keine Gefahr für den deutschen Aufschwung.

Der Dax hat sich am Dienstag wieder über die Marke von 1000 Punkten bewegt. Ob das eine Trendwende nach dem Kurssturz oder nur ein kurzes Zwischenhoch ist, bleibt abzuwarten.
Der Dax hat sich am Dienstag wieder über die Marke von 1000 Punkten bewegt. Ob das eine Trendwende nach dem Kurssturz oder nur ein...Foto: AFP

Der Absturz der Börsen in China und weltweit ist nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) keine Gefahr für den deutschen Aufschwung. „Die Sorgen, die es jetzt wegen der Entwicklung in China an den dortigen Börsen gibt, sind sicher berechtigt. Trotzdem können sie nicht dazu beitragen, die deutsche Entwicklung zu beeinträchtigen“, sagte Gabriel am Dienstag am Rande seiner Sommerreise in Jena. So gingen nur acht Prozent der deutschen Exporte in die Volksrepublik, dagegen über 40 Prozent der deutschen Ausfuhren nach Europa. „Das ist übrigens ein Grund, warum wir gut beraten sind, deutsche Investitionen in Europa nicht immer als Last zu empfinden, sondern als etwas, was uns selber am Ende hilft.“  Zu bedenken sei, dass Peking mittlerweile eine andere Wirtschaftspolitik verfolge, die nicht mehr auf unbegrenztes Wachstum, sondern auf Nachhaltigkeit setze. „Das, was wir in China erleben, ist sicher mehr als das Platzen einer Blase“, meinte Gabriel. Die Turbulenzen an den Märkten würden weltweit durch weitere Faktoren verstärkt. So veränderten die USA ihre Zinspolitik, auch habe die Politik des billigen Öls die Wirtschaft in Schwellenländern, die stark auf Erdöl-Exporte angewiesen seien, unter Druck gesetzt. Aus deutscher Sicht sei erfreulich, dass Europa ein Comeback feiere. Das zeige sich im gestiegenen Euro-Kurs: „Es gibt wieder eine höhere Attraktivität Europas“, sagte Gabriel. 

Die Chinesische Notenbank senkte den Zinssatz für Kredite

Chinas Notenbank stemmt sich gegen den Abschwung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Zur Ankurbelung der Konjunktur senkten die Währungshüter in Peking am Dienstagmittag (MEZ) den Zinssatz für einjährige Kredite zum 26. August um 25 Punkte auf 4,6 Prozent. Die Rate für Einlagen mit einjähriger Laufzeit fällt demnach um 25 Punkte auf 1,75 Prozent. Der Mindestreservesatz für die meisten Großbanken geht zum 6. September um 50 Punkte auf 18 Prozent zurück. Die Zentralbank begründete ihre Maßnahmen mit den jüngsten Schwankungen am Finanzmarkt, die eine höhere Flexibilität der Geldpolitik erforderten. Zudem halte der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft an.


Der Dax erholte sich ab Dienstagmorgen nach einem turbulenten Wochenbeginn

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach dem Crash zu Wochenbeginn einen Erholungsversuch gestartet. Der Dax stieg im frühen Handel um 1,21 Prozent auf 9765,13 Punkte. Der Index der mittelgroßen Werte MDax rückte um 1,20 Prozent auf 18 841,37 Punkte vor und der TecDax gewann 1,65 Prozent auf 1600,69 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um etwas mehr als 1 Prozent nach oben.
Tags zuvor war der deutsche Leitindex im Sog globaler Konjunktursorgen und des fortgesetzten Kurseinbruchs an den Börsen Asiens erstmals seit Januar unter die Marke von 10 000 Punkten gerutscht. Seit Mitte August hatte der Dax zeitweise mit knapp 20 Prozent im Minus gelegen.
Nicht wenige Börsianer hatten die Verluste aber zumindest kurzfristig als übertrieben eingestuft. Die Analysten der Schweizer Bank Credit Suisse schrieben in einer Studie, dass die Investoren mittlerweile zu pessimistisch auf die Weltwirtschaft blickten. Marktanalyst Michael Hewson vom Wertpapierhändler CMC Markets UK gab aber zu bedenken, dass sich die negative Grundstimmung am Aktienmarkt in den kommenden Tagen ändern müsse. Sonst drohten weitere Verluste.

Chinas Börsenkurse brechen Dienstagmorgen weiter ein

Chinas Börsen setzen ihre Talfahrt ungebremst fort. Der Composite Index in Shanghai sackte am Dienstag um 7,63 Prozent auf 2965 Punkte ab - und schloss damit unter der Marke von 3000 Punkten. Auch der Component Index in Shenzhen gab erneut deutlich nach und beendete den Handel mit einem Minus von 7,04 Prozent bei 10 198 Punkten. Analysten begründeten die erneut heftigen Kurseinbrüche vor allem damit, dass die Regierung ihre Stützungskäufe auf Eis gelegt habe. Seit dem Beginn des Börsenkrachs Mitte Juni hatten die Behörden zunächst versucht, die Märkte mit milliardenschweren Interventionen zu stabilisieren. Sowohl am Dienstag als auch am Vortrag seien neue Hilfen jedoch ausgeblieben. „Die Regierung wird jetzt wohl abwarten, bis der Boden erreicht ist“, sagte der unabhängige Analyst Ye Tan.


Der Aktienmarkt in Tokio wird von China mit nach unten gerissen

Die chinesischen Börsen haben auch den Aktienmarkt in Tokio mit nach unten gerissen. Der japanische Nikkei-Index büßte nach großen Kursschwankungen knapp vier Prozent auf 17806 Punkte ein. Investoren äußerten sich enttäuscht darüber, dass die Behörden in Peking trotz des Einbruchs nichts unternahmen, um die Märkte zu stützen. "Panikstimmung dominiert den Markt... und ich sehe keine Anzeichen für eine sinnvolle Intervention der Regierung", sagte Zhou Lin, Analyst bei Huatai Securities. Die chinesische Zentralbank pumpte am Morgen allerdings umgerechnet 23 Milliarden Dollar in den Interbankenmarkt.
In Japan dominierten Sorgen, dass die Abkühlung der chinesischen Konjunktur die bereits schwachen Exporte und negativen Auswirkungen der Stützungspolitik weiter verschärft. Zuletzt war der Yen zum Dollar deutlich gestiegen, weil die japanische Währung am Devisenmarkt als sicherer Hafen gilt. Finanzminister Taro Aso bezeichnete diese Entwicklung als nicht wünschenswert für die Wirtschaft. China gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten Japans.


Bereits am Montag waren die chinesischen Börsen rund acht Prozent abgestürzt. Dies löste Panikverkäufe rund um den Globus aus und zog die Aktienmärkte weltweit ins Minus. Deutlich moderater fielen dann die Verluste am Dienstag beim Hongkonger Index aus. Der MSCI-Index asiatischer Märkte außerhalb Japans notierte sogar rund ein Prozent höher, machte damit aber nur einen kleinen Teil der Vortagesverluste von knapp fünf Prozent wieder wett. Aufwärts ging es etwa in Taiwan, Singapur und Südkorea. Der Euro verlor zum Dollar auf 1,1562 Dollar nach 1,1620 Dollar im New York. Zum Yen notierte die US-Währung bei 120,04 Yen. Am Montag war der Yen um fast fünf Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch gestiegen. (rtr/dpa)

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