Wirtschaft : Börse im Stress: Öl, Zinsen, Quartalsberichte

Henrik Mortsiefer

Die Unternehmen sind wieder am Zug. Mit Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die aktuellen Zwischenberichte. Vor allem in den USA sind die Erwartungen immer noch hoch, obwohl allgemein mit einer Abschwächung der US-Konjunktur gerechnet wird. So wird für die Unternehmen im breit gefassten S & P 500-Index im Schnitt ein Gewinnzuwachs von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erwartet. Das wäre die zwölfte zweistellige Wachstumsrate in Folge. Wird diese Marke unterboten, drohen Enttäuschungen – wie zuletzt bei SAP. Der Softwarekonzern hatte diese Woche vorzeitig über Umsatz und Ergebnis im vergangenen Quartal berichtet und die Analysten enttäuscht. Die Aktie stürzte ab und riss den gesamten Dax mit. Mit Blick auf die US-Märkte erwartet die DZ Bank in ihrem Wochenausblick zwar kurzfristig steigende Kurse, die auch auf die deutsche Börse abfärben könnten. Angesichts der nachlassenden Gewinndynamik sehen die Banker aber „keinen Spielraum für einen dauerhaften Aufschwung“.

Der Dax hat in der vergangenen Woche 3,3 Prozent verloren und ist beinahe wieder auf seinen Stand von Anfang des Jahres zurückgefallen. Die kommende Woche, so fürchten Analysten, dürfte nichts für Anleger mit schwachen Nerven sein. Neben einer Fülle von Unternehmensnachrichten (Ford, Apple, Microsoft, Coca-Cola, Yahoo, Infineon) dürften der weiter steigende Ölpreis und die anhaltende Zinsdiskussion die Märkte in Atem halten.

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