Wirtschaft : Börse in Tokio legt Atempause ein

TOKIO (dpa).Tiefer Pessimismus über die Wirtschaftsaussichten der Region hat am Donnerstag die asiatischen Aktienbörsen wieder steil abstürzen lassen.Nur in Tokio legte der Nikkei-Index nach acht Verlusttagen in Folge eine Atempause ein und verbesserte sich geringfügig um 3,05 Punkte auf 15 382,02 Zähler.Der japanische Yen blieb dagegen weiter unter Druck, der US- Dollar stieg auf 147,00 Yen im Vergleich zu 145,95 am Vortag."Nur Japan kann uns aus dem Sumpf ziehen", sagte ein Analyst in Singapur."Aber alle Nachrichten, die wir hören, sind negativ." Die höchsten Verluste fuhr am Donnerstag die Börse in Kuala Lumpur ein, die um 15,46 Punkte oder 4,6 Prozent auf 326,73 abstürzte.

In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index auf ein Fünf-Jahres-Tief und büßte 2,9 Prozent ein.Nach Verlusten von 199,06 Punkten endete das Börsenbarometer bei 6660,42 Zählern.In Singapur verlor der STI-Index sogar 3,0 Prozent und stürzte um 30,03 auf 965,74 Punkte.

Die Rezession in Japan hat im ersten Halbjahr 1998 zu einem deutlichen Anstieg des Überschusses in der japanischen Leistungsbilanz geführt.Der Überschuß sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 53 Prozent auf 7,57 Billionen Yen (rund 93 Mrd.DM) gestiegen, teilte das Finanzministerium in Tokio am Donnerstag mit.Grund für den Zuwachs seien das anhaltende Exportwachstum und die schleppende Inlandsnachfrage.Volkswirte sagten, die wichtigsten Handelspartner, darunter die USA, dürften das Ungleichgewicht wegen der Schwäche der japanischen Wirtschaft mit Nachsicht betrachten.Ein Sprecher des Ministeriums sagte, sobald das Konjunkturprogramm der Regierung erste Erfolge zeige und die Konjunktur sich wieder positiv entwickele, würden sich auch die Einfuhren erholen.Dann werde auch der Handelsüberschuß nicht mehr weiter steigen.

Die Krise der japanischen Wirtschaft wird sich nach Ansicht der Zentralbank von Japan jedoch weiter verstärken.Auch das Anschubprogramm der Regierung werde nicht die versprochende Besserung bringen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der Bank.Die Auswirkungen des Regierungsprogrammes seien "begrenzt", und eine Gesundung der Wirtschaft aus sich selbst heraus sei "kaum zu erwarten".Weiterhin werde in Japan zu wenig konsumiert, produziert und investiert.

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