Wirtschaft : Börse reagiert positiv auf schlechte VW-Zahlen

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Trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal bleibt der VW-Konzern für das Gesamtjahr optimistisch und will "mindestens das Ergebnis des Vorjahres erreichen". Wie VW im Zwischenbericht mitteilte, sank der Gewinn vor Steuern in den ersten drei Monaten um knapp 20 Prozent auf 997 Millionen Euro, nach Steuern betrug das Minus sogar 24,4 Prozent. Die Börse reagierte dennoch positiv: Die VW-Aktien legten um 2,51 Prozent auf 55,15 Euro zu.

Im vergangenen Jahr hatte VW ein Vorsteuerergebnis von 4,4 Milliarden Euro erreicht. Bereits auf der Hauptversammlung vor einigen Woche hatte der neue VW-Chef Bernd Pischetsrieder eine optimistische Erwartung für das laufende Jahr geäußert und diese mit verbesserten Kostenstrukturen und Sparmaßnahmen begründet. So begegnete VW der schwachen Nachfrage mit weiteren Kostenreduzierungen. Bereits im ersten Quartal machten sich geringere Material- und Logistikkosten "nachhaltig" bemerkbar. Auch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden zurückgefahren. "Zur Absicherung unserer Ergebnisziele werden wir auch künftig den eingeschlagenen Kurs der Kostenreduzierung fortführen und gleichwohl unsere Modellpalette konsequent weiterentwickeln", heißt es im Zwischenbericht. Eine Belebung der Nachfrage werde in USA und in Westeuropa frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Allerdings hat VW bereits in den ersten drei Monaten von "Konjunkturimpulsen" in den USA profitiert. In Nordamerika stiegen die Verkäufe von VW und Audi um 4,2 Prozent auf 153 000. Gemessen an allen Importmarken ging der Marktanteil in den USA jedoch von 9,5 Prozent auf 9,1 Prozent zurück.

VW verlor nahezu überall Marktanteile: Weltweit fiel die Quote des Wolfsburger Konzerns mit den Marken VW, Audi, Seat, Skoda, Bentley und Lamborghini von 11,9 auf 11,5 Prozent, in Westeuropa von 18,5 auf 17,4 Prozent. Am deutschen Markt sank der Anteil von 30,4 auf 29,3 Prozent. Das Unternehmen erklärte dies zum Teil mit der Markteinführung neuer Modelle. Der Umsatz ging im Vergleich zum ersten Quartal 2001 um 5,4 Prozent auf knapp 21,27 Milliarden Euro weniger stark zurück als der Absatz mit 6,8 Prozent auf rund 1,18 Millionen Fahrzeuge. Dazu habe auch der "Trend zu höherwertigen Fahrzeugen und Ausstattungen" beigetragen. Ferner wird die Lagerhaltung optimiert. Die Zahl der Händlerauslieferungen und der tatsächlich verkauften Fahrzeuge ist inzwischen nahezu identisch. Dementsprechend schaltete VW bei der Produktion zurück und blieb mit 1,22 Millionen Fahrzeugen rund 13,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Entlassungen bei Daimler möglich

Falls die schlechte Lage beim Lkw-Absatz über das Jahr 2002 hinaus andauern sollte, schließt das zuständige Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Eckhard Cordes Entlassungen nicht aus. Bislang habe der Konzern ohne Entlassungen die Kapazitäten reduziert, sagte Cordes am Freitag in Stuttgart. Sollte sich Mitte des Jahres zeigen, dass es auch 2003 nicht besser werde, "wird es eng". In den ersten drei Monaten ging der Absatz bei Mercedes-Benz-Lkw und -Transportern um 15 und 18 Prozent zurück. Bei Freightliner in USA ziehe der Auftragseingang zwar an. Allerdings träten vom vierten Quartal an neue Abgasvorschriften in Kraft, die die Motoren verteuerten. Deshalb sei ab Oktober mit einem Einbruch zu rechnen.

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