Wirtschaft : Börse versetzt BMW einen Dämpfer

Aktie des Autobauers rutscht nach Gewinneinbruch ab / Euro-Stärke und teurer Stahl belasten

Carsten Brönstrup

Berlin - Der Kursanstieg des Euro, teurer Stahl und der scharfe Wettbewerb in der Branche haben dem Autobauer BMW das Geschäft im Frühjahr verhagelt. Im zweiten Quartal ging der Gewinn um 15,5 Prozent auf 916 Millionen Euro zurück, sagte Vorstandschef Helmut Panke am Mittwoch. Obwohl er versicherte, im gesamten Jahr werde der Münchner Konzern das Rekordergebnis von 2004 „in etwa wieder erreichen“, sackte die BMW-Aktie an der Börse ab. Das Papier verlor bis Handelsschluss 4,2 Prozent auf 37,95 Euro und war damit schwächster Wert im Dax.

Dabei verkaufte BMW 10,4 Prozent mehr Autos als im gleichen Vorjahresquartal, insgesamt waren es 354324 Stück der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Das Plus ging vor allem auf die im Herbst eingeführte 1er-Baureihe zurück, bei der die Gewinnspanne nicht so groß ist. Im März hatte BMW zudem die 3er-Reihe, das „Brot-und-Butter- Auto“ (Panke) von BMW, eingeführt. Ein solcher Modellwechsel drückt meist den Absatz und kostet Geld. Jetzt werde das Auto aber sehr gut verkauft, was das Geschäft bis Jahresende stützen werde, sagte er. „Die Geschäftsentwicklung entspricht vor dem Hintergrund der externen Belastungen und der diesjährigen Modellzyklen unseren Erwartungen.“

Die Belastungen durch die ungünstigen Wechselkurse und die teuren Rohstoffe bezifferte der Konzernchef im gesamten Jahr auf 700 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro. Mit zusätzlichen Währungsabsicherungen und Einsparungen in der Produktion könne man dies auffangen, sagte Panke. „Da arbeiten wir gegen, eine Unternehmensleitung sitzt doch nicht da und lässt das stattfinden.“ Allein im Juli sei der Verkauf um gut zehn Prozent gestiegen.

Im Herbst erwartet BMW durch die Einführung des 3er-Kombi, durch den überarbeiteten 7er sowie durch die Autos M5 und M6 einen Schub. Gegenüber dem vergangenen Jahr soll der Absatz im einstelligen Prozentbereich wachsen. 2004 hatten die Münchner 1,2 Millionen Autos verkauft. „Wir gehen nicht ein Komma, nicht ein Wort von dem ab, was wir gesagt haben“, versicherte Panke.

Georg Stürzer, Auto-Analyst bei der Hypo-Vereinsbank, hält den Plan für „realistisch“. Der Modellmix werde sich von jetzt an deutlich verbessern. Insgesamt werde aber 2005 kein herausragendes Jahr. „Da muss man bis 2006 warten“, befand er. Stephan Droxner von der Landesbank Baden-Württemberg sagte, „die Last der Rohstoffkosten scheint sich doch stärker auszuwirken und das ist enttäuschend“. Dennoch schneidet BMW deutlich besser als die Konkurrenten Mercedes und Audi ab. Nur Porsche arbeitet rentabler als BMW.

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