Wirtschaft : Börse: Wall Street zieht deutsche Aktien mit nach unten

Nach einem schwachen Handelsbeginn in New York rutschten am Mittwoch auch die deutschen Aktien ins Minus. Am späten Nachmittag lag der Dax mit 4094 Punkten um gut 100 Punkte schwächer, der Nemax 50 fiel um knapp 14 auf 804 Punkte. Zwischenzeitlich war der Dax um 0,42 Prozent auf 4213 Punkte gestiegen, am Neuen Markt gewann der Nemax 50 gut ein Prozent auf 828 Zähler. Die US-Börsen notierten nach zwei Stunden deutlich schwächer: Der Dow rutschte um gut 200 Punkte auf 8697 Zähler und der Nasdaq verlor 43 Zähler auf 1511. Insbesondere die schlechten Geschäftsaussichten von Boeing und des Fotoausrüster Eastman Kodak drückten in New York die Stimmung. Eastman Kodak hatte die Gewinnaussichten für das dritte Quartal reduziert.

Auch der Euro gab am Mittwochnachmittag leicht nach. Nachdem sich die Gemeinschaftswährung am Morgen noch im Aufwind befunden hatte, verlor sie am späten Nachmittag wieder an Schwung und pendelte um das Niveau des Vortages. Um 17 Uhr kostete die Devise 0,9249 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor den Referenzkurs bei 0,9258 Dollar festgestellt, ein Dollar kostete damit 2,1126 Mark nach 2,1130 Mark am Dienstag.

Zu den Gewinnern im europäischen Aktienhandel zählten einige Telekom-Werte. Die Aktien von Vodafone, Telecom Italia und Deutsche Telekom legten leicht zu. Händler begründeten dies mit der Einschätzung, dass die Telekom-Unternehmen von den Terroranschlägen nicht so stark betroffen sein könnten. Dagegen belasteten Kursrückgänge bei Energie-Aktien wie bei Totalfina-Elf und BP die Aktienmärkte. Rezessionsängste hätten den Rohölpreis gedrückt, hieß es. Der Preis für das in London gehandelte Brent-Öl, der nach den Anschlägen zeitweise auf mehr als 30 Dollar gestiegen war, fiel unter den Wert von 27 Dollar.

Einer Umfrage zufolge sind die 30 im Dax vertretenen Unternehmen nach den Terroranschlägen eher pessimistisch. Das geht aus einer Erhebung des Anlegermagazins "Die Telebörse" hervor. Danach erwarten zwar nur vier der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex in den nächsten Monaten einen schlechteren Geschäftsverlauf. Jedoch rechnet keines von ihnen mit einer Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Die Versicherer Allianz und Münchener Rück sowie die Commerzbank und die Lufthansa erwarten den Angaben zufolge schlechtere Geschäfte. "Der Anschlag wird nicht ohne finanzielle Blessuren an uns vorbeigehen", sagte beispielsweise Commerzbank-Sprecher Ullrich Ramm.

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