Wirtschaft : Börse: Weiter unter Druck

In einem insgesamt unsicheren Umfeld und bedingt durch neue Gewinnwarnungen internationaler Unternehmen blieben die Börsen am Freitag weiter unter Druck. Auch die Wall Street gab zum Auftakt um knapp ein Prozent nach, die Nasdaq verlor fast vier Prozent. Von der Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhaus hatten sich die Händler Aufschluss für die weitere Entwicklung an den Märkten versprochen. Noch Mitte der Woche hatte Greenspan die Hoffnungen auf rasche weitere Zinssenkungen gedämpft.

Am Freitag ging der US-Notenbankchef aber nicht direkt auf die Zinsen ein. Er stellte sich vielmehr erneut hinter das Steuersenkungsporgramm von Präsident Bush. Mit fast denselben Worten wie vor fünf Wochen erklärte er, erwartete Haushaltsüberschüsse von 5,6 Billionen Dollar im nächsten Jahrzehnt ließen es als wünschenswert erscheinen, den Steuerzahlern einen Teil des Geldes zurückzugeben. Zugleich müsse weiter einem Abbau der Staatsschulden Priorität eingeräumt werden. Gegenüber dem Dollar konnte sich der Kurs des Euro am Freitag im Verlauf weiter verbessern. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bereits am Mittag nach 0,9269 Dollar auf 0,9363 US-Dollar fest. Der "Greenback" kostete damit 2,0889 (2,1100) Mark. Anders als am Devisenmarkt war die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten bis zum Freitagnachmittag ausgesprochen nervös. Die deutschen Standardwerte mussten zwischenzeitliche Gewinne wieder abgeben. Der Dax verlor im Schatten der schwachen Eröffung von Wall Street weiter und lag am späten Nachmittag mit 0,69 Prozent im Minus. Keine größeren Auswirkungen auf den deutschen Markt hingegen hatte der neue Einbruch der japanischen Börse. Der Tokioter Index war am Freitag um weitere 3,3 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 15 Jahren gerutscht. Schlechte Konjunkturdaten und die Angst vor einer ernstzunehmenden Rezession der weltweit zweistärksten Wirtschaftsmacht hatten zum Wochenschluss an der Tokioter Börse zu dem fünften Rückschlag in Folge geführt. Seit Jahresbeginn hat der Nikkei elf Prozent verloren.

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