Börsen : Anleger hoffen auf die EZB

Die Hoffnung auf ein unbegrenztes Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Aktienmärkten am Mittwoch Auftrieb gegeben.

Die Hoffnung auf ein unbegrenztes Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Aktienmärkten am Mittwoch Auftrieb gegeben. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge die EZB auf ihrer Ratssitzung am heutigen Donnerstag ein Anleihekaufprogramm in unbegrenztem Umfang beschließen wird. Zugleich wolle die EZB Geld aus dem Finanzkreislauf abziehen. „Das wäre eine gute Ankündigung. Wenn die EZB ein Zeichen setzt, dass sie aggressiv in den Markt hineingehen wird, hätte das einen stabilisierenden Effekt“, sagte HSBC Trinkaus-Volkswirt Rainer Sartoris. „Damit hat der Markt aber schon gerechnet, da ist viel eingepreist.“

Der Dax legte nach den Spekulationen zu und überwand kurzzeitig sogar wieder die Hürde von 7000 Punkten. Die Gewinne bröckelten aber wieder etwas ab, so dass der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei 6964 Punkten schloss. Der M-Dax der Nebenwerte zeigte sich fast unverändert mit plus 0,1 Prozent bei 10 887 Punkten. Der Technologieindex Tec-Dax stieg zeitgleich um 0,3 Prozent auf 795 Punkte.

Für Bewegung an den Märkten sorgte am Vormittag zudem die Bund-Auktion, die lediglich 3,61 Milliarden statt wie geplant fünf Milliarden Euro in die Staatskasse spülte. Anleger sattelten daraufhin um und kauften verstärkt Aktien. „Wenn die Rentenmärkte schlecht laufen, sind Aktien eben wieder attraktiver“, fasste ein Händler zusammen.

Mit plus 1,4 Prozent zählten die Aktien von Fresenius zu den gefragtesten Werten im Dax. Zu den Gewinnern zählte auch die Fresenius-Tochter FMC, deren Aktie um 0,4 Prozent zulegte.

Die Deutsche-Post-Papiere litten hingegen am Dax-Ende mit minus 1,5 Prozent darunter, dass der US-Konkurrent Fed Ex seine Gewinnprognose senkte. Am Vorabend hatte der US-Logistikkonzern wegen Abkühlung der Weltwirtschaft seine Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsquartal gesenkt. Einen vollständigen Einblick in den Verlauf des Quartals will Fed Ex am 18. September gewähren.

Dass Europas größte Fluggesellschaft Lufthansa mit unvermindertem Schub auf einen bundesweiten Streik ihrer Flugbegleiter zusteuert, belastete die Aktie moderat. Sie sank um 0,3 Prozent, nachdem sie bereits am Dienstag unter Streiks gelitten hatte. Nach zwei Streikwellen mit mehr als 500 Flugausfällen deutete am Mittwoch nichts auf eine Annäherung mit der Gewerkschaft Ufo hin, die für Freitag zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen hat.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,11 Prozent am Vortag auf 1,09 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,32 Prozent auf 134,98 Punkte. Der Bund Future verlor 0,36 Prozent auf 142,88. Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,2608 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,2578 (Dienstag: 1,2579) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7950 (0,7950) Euro gekostet.Tsp

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