BÖRSEN Ausblick : Angst vor dem Absturz

Stefan Kaiser
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Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ist derzeit deutlich schlechter als die Lage. Zwar schießen die Kurse seit Wochen in die Höhe. Der Dax hat seit seinem Tief Anfang März rund 25 Prozent zugelegt und allein in der vergangenen Woche schaffte er ein Plus von 6,5 Prozent. Doch so recht will niemand den steigenden Kursen trauen.

So bleiben die Analysten der Landesbank Berlin „für die nächsten Monate weiterhin vorsichtig und erwarten einen Rückfall in eine volatile und tendenziell abwärts gerichtete Börsenphase“. Sie führen dies vor allem auf mögliche Enttäuschungen der gerade angelaufenen Berichtssaison zum ersten Quartal zurück. Auch die Strategen der DZ Bank sind skeptisch und sehen den Dax in sechs Monaten bei 4000 Punkten – also rund 15 Prozent unter dem Schlussstand vom Freitag. Erst danach, so erwarten die Analysten, werde es wieder nachhaltig aufwärts gehen.

In der kommenden Woche könnte die Kursrallye jedoch noch anhalten. „Die Hoffnung, dass die Krise in den USA langsam ein Ende findet, lässt Anleger mutiger werden und verstärkt zu Aktien greifen“, sagt Tobias Basse von der NordLB. Gerade Bankaktien haben zuletzt stark von den positiven Zahlen der US-Konzerne Goldman Sachs und J.P. Morgan Chase profitiert. So hat etwa der Aktienkurs der Deutschen Bank in der vergangenen Woche um 13 Prozent zugelegt. Bei der Commerzbank waren es sogar fast 20 Prozent.

Auch die neue Woche wird im Zeichen der US-Berichtssaison stehen. Mit Spannung blicken Anleger auf die Quartalszahlen der Konzerne Bank of America, IBM, Yahoo, Microsoft oder Merck & Co. In Europa stehen zudem Zahlen der Großbank Credit Suisse und des Lebensmittelkonzerns Nestle (beide Schweiz) sowie der Autokonzerne Peugeot (Frankreich) und Fiat (Italien) auf dem Terminkalender. In Deutschland geht die Quartalssaison der Dax-Konzerne dagegen erst eine Woche später los.

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