BÖRSEN Ausblick : Anleger hoffen auf gute Zahlen

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Frankfurt am Main - Tonkens Agrar und der Bierbrauer BHB Brauholding haben den Sprung aufs Börsenparkett in dieser Woche geschafft, nächste Woche will ihnen der Außenwerber Ströer folgen. Es war ein Vabanquespiel, weil sich Kurse und Stimmung am Aktienmarkt zumindest bis Anfang Juli angesichts anhaltender Unsicherheit über die europäische Schuldenkrise und die weitere Konjunkturentwicklung eher nach unten bewegt haben. Aber der Deutsche Aktienindex (Dax) hat dann doch wieder die Kurve bekommen und mittlerweile erneut die Hürde von 6000 Punkten genommen. Auch wenn das Jahreshoch von 6300 Punkten noch ein Stück weg ist: Es sind erfreuliche Signale.

Die Basis scheint wieder gefestigter. Das ist gut, vor allem mit Blick auf die anstehenden Berichte für das zweite Quartal. Die könnten durchaus ansehnlich ausfallen. Schließlich haben fast alle Branchen zuletzt von immer volleren Auftragsbüchern berichtet. Die Exporte haben im Mai um satte neun Prozent zugelegt. Der Euro ist zwar wieder geklettert, stützt aber immer noch die Ausfuhren. Kein Wunder, dass Beobachter bei den Gewinnen deutscher Konzerne im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresabschnitt ein Plus von fast 40 Prozent erwarten, in den USA sollen es 34 Prozent sein. Die nächste Woche wird erste konkrete Zahlen bringen, von Alcoa, Intel und General Electric. Ab Ende Juli werden dann mit Daimler und VW auch die ersten deutschen Konzerne die Karten auf den Tisch legen.

Klare Perspektiven für die Börse sind jedenfalls noch nicht in Sicht. „Das Enttäuschungspotenzial sollte sich in Grenzen halten“, erwartet Markus Reinwand von der Helaba. Aber trotzdem sieht er selbst bei guten Unternehmenszahlen nur eine Zwischenerholung. Bis Jahresende werde der Dax auf 5400 Punkte abrutschen. „Der Aktienmarkt dürfte seine unruhige Entwicklung zunächst fortsetzen“, heißt es auch bei der DZ-Bank. Jens Herdack von der Weberbank rechnet weiter mit einem „Sägezahnmarkt“. Markus Wallner von der Commerzbank erwartet dagegen eher steigende Kurse.

Es gibt auch viele skeptische Manager, die sich vor einem „Double Dip“ und damit einem zweiten Eintauchen der USA in eine Rezession fürchten. Auch Banker treibt die Sorge um die hoch verschuldeten Eurostaaten weiter um: Das könnte den Aufschwung gefährden, sagen 60 Prozent einer neuen Umfrage von Ernst & Young zufolge. Aus der Sicht jedes zweiten Bankmanagers habe sich die Lage auf den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten verschlechtert.

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