BÖRSEN Ausblick : Anleger in Angst, zu spät zu kommen

Rolf Obertreis
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Es hätte schlimmer kommen können: Das erste Halbjahr 2009 ist fast vorbei, und die Börse hat sich unter dem Strich gut geschlagen, auch wenn es in den letzten Tagen einige Dämpfer gab. Immerhin liegt der Deutsche Aktienindex drei Tage vor dem Sechs-Monats-Stichtag im Vergleich zum Jahresende 2008 leicht im Plus. Etliche Experten waren da erheblich skeptischer. Manche allerdings hatten sich nach der steilen Bergfahrt von Anfang März bis Mitte Juni mit einem Plus von fast 50 Prozent noch mehr erhofft. Aber dazu ist das Börsenumfeld, ist die Lage der Unternehmen, sind die Aussichten für die Konjunktur immer noch viel zu düster. Wie schwierig die Situation immer noch ist, zeigt die Rekord-Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB). 442 Milliarden Euro hat sie am Mittwoch an die Banken ausgereicht, damit die Geldhäuser die Unternehmen und Verbraucher mit Krediten versorgen. Eine Kreditklemme soll damit unbedingt verhindert werden.

Auch wenn es in den letzten Tagen eher nach unten ging: Die Prognosen für die weitere Börsenentwicklung sind nicht schlecht. Das Abwärtspotenzial sollte begrenzt sein, sagt Gunnar Hamann von der Commerzbank. Der Pessimismus sei schon so groß, dass ohnehin kaum ein Anleger kaufe. Der Anteil der Schwarzseher liege bei 50 Prozent und sei damit seit Anfang Mai wieder deutlich gestiegen. Das aber ist, sagen Börsianer, eigentlich kein schlechtes Zeichen. Hamann verweist zudem auf die niedrigeren Bewertungen vieler deutscher Aktien und darauf, dass viele Großanleger immer noch nicht wieder an der Börse aktiv sind. Vielleicht steigen sie jetzt ein, weil sie befürchten, eine mögliche Bergfahrt am Aktienmarkt zu verpassen.

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