BÖRSEN Ausblick : Anleger setzen auf sinkende US-Zinsen

Stefan Kaiser
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In der kommenden Woche wird die Zinsentscheidung der US-Notenbank im Fokus der Anleger stehen. Senkt die Federal Reserve (Fed) den Leitzins zum dritten Mal in Folge, könnte dies den Aktienmärkten zusätzlichen Schub geben.

Bereits in der vergangenen Woche hat sich die Stimmung der Börsianer etwas aufgehellt. Der deutsche Leitindex Dax stieg um gut 1,5 Prozent und übersprang am Freitag sogar kurz die Marke von 8000 Punkten. Einige Experten erwarten nun sogar eine Jahresendrallye. „Die Chancen auf einen freundlichen Jahresausklang stehen insgesamt nicht schlecht“, meint Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Er traut dem Dax in den verbleibenden Wochen noch den Sprung auf 8200 Punkte zu. Für Mitte 2008 sagt die Helaba sogar 8600 Punkte voraus. Grund seien Hoffnungen auf weiter sinkende Zinsen und die weltweit hohe Liquidität, die nach Anlagemöglichkeiten suche.

Andere Aktienstrategen teilen diesen Optimismus nicht. „Ich sehe nicht den Impuls, der uns deutlich über die 8000 hebt“, sagt Steffen Neumann von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er geht sogar bei einer Zinssenkung der Fed am Dienstag eher von Gewinnmitnahmen aus. Ein noch düstereres Bild malen die Experten der Unicredit: Sie gehen davon aus, dass der Dax im ersten Quartal auf bis zu 7200 Punkte fallen könnte. Erst danach sei wieder eine leichte Erholung auf das jetzige Niveau möglich.

Auch Klaus Metzke von HSBC Trinkaus & Burkhardt ist für die kommenden Monate vorsichtig. „Der Höhepunkt der US-Immobilienmarktkrise ist noch immer nicht erreicht“, warnt der Berliner Bereichsleiter der Vermögensverwaltung. Die schlechten Nachrichten würden erst im zweiten Quartal 2008 langsam abebben. Danach seien aber wieder neue Höchststände bis 8250 Punkte beim Dax möglich.

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