BÖRSEN Ausblick : Anleger sind wieder optimistisch

Stefan Kaiser
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Solch ein Comeback hatten dem Dax nur die wenigsten zugetraut. Innerhalb weniger Wochen erholte sich der deutsche Leitindex von seinen Verlusten, die er im Juli und August durch die US-Hypothekenkrise erlitten hatte. Auch in der vergangenen Woche ging es weiter bergauf. Der Dax legte mehr als ein Prozent zu und übersprang am Freitag sogar kurzfristig die Marke von 8000 Punkten.

Und das obwohl die großen Investmentbanken – unter ihnen die Deutsche Bank – den Anlegern in dieser Woche die Milliardenbeträge präsentierten, die sie die Krise kosten wird. Zwei von ihnen, die Schweizer Bank UBS und das US-Institut Merrill Lynch, fürchten sogar Verluste im dritten Quartal. Doch die Investoren waren wohl vor allem froh, dass die Banken nun endgültig ihre Risiken offengelegt haben, und reagierten mit kräftigen Käufen – getreu dem Motto, es hätte auch schlimmer kommen können. Dass die Banken ihre Prognosen für das kommende Jahr weitgehend aufrecht erhalten haben, trug mit zum Optimismus der Börsianer bei.

Die positive Grundstimmung der Börsianer ist derzeit kaum zu erschüttern. Am Freitag hatten sie bessere Arbeitsmarktdaten aus den USA mit steigenden Kursen gefeiert. Aber auch schlechte Konjunkturnachrichten können im derzeitigen Umfeld die Kurse nach oben treiben, wenn sie als Hinweise auf eine baldige Zinssenkung interpretiert werden. Analysten warnen jedoch: Die Phase der Unsicherheit sei noch nicht vorbei, schreibt etwa die DZ Bank in ihrem Wochenbericht. Für die am Dienstag offiziell beginnende Quartalssaison in den USA drohten Enttäuschungen durch schwächere Zahlen infolge der Immobilienkrise.

In der kommenden Woche dürften zudem wieder die amerikanische Konjunktur und die Spekulationen um weitere Zinssenkungen in den USA die Gemüter der Anleger bewegen. Neue Hinweise zur künftigen Geldpolitik erhoffen sich Investoren vom Protokoll zum Zinsentscheid der US-Notenbank Fed im September, das am Dienstag veröffentlicht wird. Zur Stützung der US-Wirtschaft hatte die Fed den Leitzins um 50 Basispunkte gesenkt. Auch die Statistik zu den US-Einzelhandelsumsätzen im September dürfte für die Einschätzung der Konjunkturentwicklung interessant sein.

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