BÖRSEN Ausblick : Anleger suchen gute Nachrichten mit der Lupe

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Frankfurt am Main - So etwas brauchen die Börsianer in ohnehin in schwierigen Zeiten nicht auch noch: Zwei Milliarden Dollar haben die Händler der rentabelsten US-Großbank JP Morgan mit Kreditwetten verzockt. Die Nachricht schickte auch deutsche Bankaktien in den Keller. Dabei machen sich die Händler angesichts der politischen Lage in Frankreich, vor allem aber des Desasters in Griechenland derzeit Sorgen genug. Die Euro-Schuldenkrise dominiert wieder das Geschehen. Der Deutsche Aktienindex Dax ist weit von seinen Jahreshochs entfernt, auch wenn er mit Blick auf den Jahresanfang immer noch gut zehn Prozent im Plus liegt. Aber die Marke von 7000 Punkten ist auch mit einem starken Fernglas nicht zu erkennen, immerhin schaffte der Dax am Freitag mehr als 6500 Punkte.

Gute Nachrichten müssen Börsianer und Anleger derzeit mit der Lupe suchen. Da tröstet auch wenig, dass derzeit fast 30 Milliarden Euro an Dividenden ausgeschüttet werden und sogar Firmen – wie etwa Lufthansa – ihre Aktionäre beglücken, obwohl sie rote Zahlen schreiben. Skeptiker fühlen sich angesichts der betrüblichen Entwicklung bestätigt. „Wir hatten im April davor gewarnt, dass im Vorfeld der im Mai anstehenden Wahlen und wegen der nachlassenden Wirkung der beiden Großkredite der EZB raueres Fahrwasser drohen würde“, heißt es etwa bei der DZ Bank. Allerdings sieht auch sie eine Überreaktion. Und erst einmal wieder einen Kursanstieg bevor es wieder nach unten geht. Mehr als 6.600 Punkte seien in diesem Jahr aber nicht drin, glauben die DZ-Bank-Experten.

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