BÖRSEN Ausblick : Anleger warten auf US-Banken

Rolf Obertreis
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Zumindest Bier scheint den Börsianern noch zu schmecken. Nicht nur wegen der Fußball-EM. In den derzeit eher freudlosen Börsentagen sorgt wenigstens die geplante Großübernahme des US-Marktführers Anheuser-Busch durch die belgisch- brasilianische Inbev für 46 Milliarden Euro für Fantasie auf dem Parkett. Solche Nachrichten treiben normalerweise die Kurse. Momentan sorgen sie eher dafür, dass sie nicht noch weiter fallen.

Es herrscht Tristesse auf dem Aktienmarkt. Grund: der hohe Ölpreis und die anhaltende Inflation, die alle Zinssenkungsfantasien zunichtemacht. Auch ein Ende der Finanzkrise ist nicht in Sicht. Nach den heftigen Problemen der US-Investmentbank Lehman Brothers schauen die Börsianer in der nächsten Woche gebannt auf die US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley, die ihre Zahlen für das zweite Quartal vorlegen müssen. Zudem werden einige Daten zur US-Konjunktur erwartet, die Aufschluss darüber geben können, wie das Wachstum im zweiten Quartal ausfällt.

Viele Experten blicken skeptisch in die Zukunft. Helaba-Stratege Markus Reinwand rechnet damit, dass die Erholung an der Börse „vermutlich etwas beschwerlicher laufen wird als zunächst erwartet“. Das Ziel für den Dax zum Jahresende reduziert er von 8000 auf 7800 Punkte. Auch die DZ Bank wird vorsichtiger, obwohl sie in der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung in den USA zum Jahresende 7900 Punkte anpeilt. Es bestehe ein „weiteres erhebliches Kursrisiko für die Aktienmärkte“. Markus Wallner von der Commerzbank versucht, den Optimismus nicht ganz abklingen zu lassen. „Im zweiten Halbjahr erwarten wir wieder steigende Aktienkurse.“ Anleger sollten daher nicht zu defensiv agieren und bei ausgewählten Aktien auch derzeit zugreifen.

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