BÖRSEN Ausblick : Atempause für den Dax

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Frankfurt am Main - Ein Plus von 25 Prozent seit Anfang Juni, ein Zuwachs von sieben Prozent im Krisenmonat September – selbst erfahrene Börsianer sind erstaunt. Auf mehr als 7400 Punkte kletterte der Deutsche Aktienindex Dax am Freitag und damit zum wiederholten Mal in den letzten Tagen auf ein neues Jahreshoch. Europäische Zentralbank, das Bundesverfassungsgericht mit dem Ja zum Rettungsschirm ESM und die US-Notenbank Fed geben den Börsen starken Rückenwind. Dadurch fließen erneut riesige Beträge in den Finanzsektor, von denen ein Großteil angelegt werden dürfte – vor allem in Aktien. Solide Staatsanleihen und Tagesgeld bleiben wegen niedriger Zinsen eher links liegen.

Tatsächlich aber ist das Umfeld für die Börse nicht so rosig, wie die Kurse vermitteln. „Das hat ein wenig von einer Blasenbildung“, sagt Uwe Angenendt, Chef-Volkswirt der BHF- Bank. Die Konjunktur in den USA wie auch in Europa läuft holprig, die südeuropäischen Länder stecken in der Rezession. Das drückt auf die Gewinne der Unternehmen. Der DZ Bank zufolge wird der Dax bis Jahresende auf 6600 Punkte nach unten gehen. Sie rät, jetzt Gewinne an der Börse mitzunehmen. Die Entscheidung der Fed war, sagt auch Andreas Hürkamp von der Commerzbank, vorerst der letzte „politische“ Treiber für die Börse. „Jetzt könnte der Markt wieder stärker auf negative Trends wie enttäuschende Gewinnzahlen schauen.“

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