BÖRSEN Ausblick : Aufstieg mit Aussetzern

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Immer mit der Ruhe: Das ist das Signal, das die Notenbanken in der vergangenen Woche an die Anleger gesendet haben. Diese haben die größte Angst vor einem baldigen Ende der ultralockeren Geldpolitik offenbar verloren, das zeigt die jüngste Entwicklung des Dax: Er kratzt wieder an der 8000-Punkte-Marke und verzeichnete ein Plus von vier Prozent – das größte Wochenplus seit zwei Monaten.

Klar ist aber, dass die Phase billigen Geldes nicht ewig währen wird und die Aktienmärkte reagieren werden. Schließlich treiben nicht überragende Firmengewinne den Markt, sondern der Anlagenotstand vieler Investoren. 1994 war die Lage ähnlich, damals reagierte der Dax mit Rücksetzern auf den Kurswechsel der Währungshüter. Die Strategen der DZ Bank raten, bei einer dieser Gelegenheiten Aktien zu kaufen. Mittelfristig sehen sie wegen der besseren Konjunkturaussichten steigende Kurse. Bis zum Jahresende werde der Dax bis zu 8600 Punkte erreichen. Das wäre sogar mehr als der bisherige Rekord von 8557,86 Zählern.

Auch die Landesbank Berlin (LBB) ist optimistisch. „Die im Juli beginnende Berichtssaison könnte neue Impulse parat halten“, heißt es in einer Analyse. „Die Bewertungen zeigen Spielraum nach oben.“ Es sei denn, die Sorgen um das Wachstum in China gewinnen die Oberhand. Oder Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, kündigt am Donnerstag nach der Ratssitzung einen Kurswechsel an. Angesichts der miserablen Wirtschaftslage in Europa ist das aber so wahrscheinlich wie Schnee im Juli. Die LBB rechnet frühestens im Herbst mit einer Verringerung der Liquiditätszufuhr „in homöopathischen Dosen“.

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