BÖRSEN Ausblick : Banker können das G-Wort nicht mehr hören

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Frankfurt am Main - Krise? Welche Krise, könnte man nach dieser Börsenwoche sagen. Erstmals seit 5. August bewegte sich der Deutsche Aktienindex Dax am Donnerstag und Freitag zeitweilig über der Marke von 6000 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von rund fünf Prozent. Und dies nach Tagen, an denen eher schlechte Nachrichten eingetrudelt sind: Banken werden möglicherweise zwangsverstaatlicht, eine Umschuldung Griechenlands rückt näher, die ersten Quartalsberichte aus den USA waren eher enttäuschend und die Wirtschaftsweisen senken ihre Wachstumsprognose für Deutschland deutlich: Eine Rezession werde gerade so noch vermieden.

Die Börse hat derzeit offenbar die Nase voll von schlechten Nachrichten. „Ich kann das Wort Griechenland nicht mehr hören“, sagt sogar ein hochrangiger Bundesbanker. Manch einer sieht den Dax schon wieder auf dem Weg hoch bis auf 6300 Punkte noch in diesem Jahr. „Die Börsen sind erst einmal in Aufwind“, sagt Oliver Roth, Kapitalmarktstratege beim Wertpapierhaus CloseBrothersSeydler. Die EZB werde vor Jahresende die Zinsen senken, zur Eindämmung der Schuldenkrise komme offenbar ein Masterplan auf den Tisch.

Auch Jeff Hochman von Fidelity Investment hält positive Entwicklungen wieder für wahrscheinlicher. Angesichts niedriger Bewertungen seien in den nächsten Jahren bei etlichen Papieren zweistellige Renditen möglich. „Das wichtigste Argument wird immer wieder vergessen: Aktien streben langfristig gesehen kontinuierlich nach oben“, sagt Hochman. Allerdings müssten die Papiere dafür auch lange gehalten werden.

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