BÖRSEN Ausblick : Buy in May and stay

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„Sell in May and go away“ – wer der alten Börsenregel gefolgt ist und tatsächlich im Mai seine Aktien verkauft hat, muss sich am Ende des Wonne-Monats die Haare raufen. Während es draußen wie aus Kübeln goss, herrschte auf dem Börsenparkett eitel Sonnenschein. Auch wenn zum Monatsende ein paar Wolken aufgezogen sind, ändert dies nichts an einer erfreulichen Vier-Wochen-Bilanz. Der Deutsche Aktienindex Dax hat einen der besten Monate seiner knapp 25-jährigen Geschichte hingelegt: Von 7913 Punkten Ende April ging es bis zum letzten Handelstag im Mai hoch bis auf rund 8370 Zähler. Ein Plus von fast sechs Prozent. Am 22. Mai verbuchte das Börsenbarometer mit 8557 Zählern sogar einen neuen absoluten Höchststand. Dazu überwiesen die meisten der börsennotierten Firmen ihren Aktionären zum Teil ansehnliche Dividenden.

Robert Halver von der Baader-Bank hält aber nichts von alten Börsen-Weisheiten, zumal in einem Umfeld wie dem aktuellen, in dem die Notenbanken für den Aktienmarkt zum Zünglein an der Waage geworden seien. Ein Ende ihrer weltweit sehr lockeren Geldpolitik ist angesichts der schwachen Konjunktur in Euro-Land sowie den ebenfalls alles andere als rundlaufenden Volkswirtschaften in den USA und in Japan nicht abzusehen.

Allerdings macht sich wieder mehr Vorsicht breit. Auch wenn, wie die DZ- Bank meint, Aktien immer noch günstig bewertet seien. Die Gefahr einer Blasenbildung sei aber nicht von der Hand zu weisen. Abgesehen von den freigiebigen Zentralbanken sind frische Impulse für den Aktienmarkt rar. Die Dividendensaison ist weitgehend vorüber, die Konjunkturaussichten bleiben vage, nicht nur in der Euro-Zone. Für China hat der Internationale Währungsfonds seine Prognose zurückgedreht. 2013 dürfte die Wirtschaft dort um knapp 7,8 Prozent wachsen – die schwächste Rate seit 13 Jahren.

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